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“Tiefpunkt”: Kurt Fischer über die Opposition

13.05.2022 • 23:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bürgermeister Kurt Fischer. <span class="copyright">hartinger</span>
Bürgermeister Kurt Fischer. hartinger

Lustenauer Bürgermeister zeigt sich im NEUE-Interview erschüttert über „Pauschalvorwürfe der Opposition“.

Wie beurteilen Sie die Vorgangsweise der Opposition?
Kurt Fischer: Ich engagiere mich seit 22 Jahren in der Gemeindepolitik. Das ist ein absoluter Tiefpunkt und trifft mich sehr. Ich werde diesen Tag nicht so schnell vergessen. Ich verurteile wohlgemerkt nicht die Fragen an sich, da gibt es natürlich Erklärungsbedarf, und dem stellen wir uns auch. Das muss man nicht kleinreden. Es geht um die Vorgangsweise, das Anpatzen, die Pauschalvorwürfe. Das muss jetzt aufgearbeitet werden. Die Bevölkerung hat das Recht zu erfahren, ob die Opposition Lustenau hier in Misskredit gebracht hat, indem sie mir Ungeheuerlichkeiten unterstellt hat, oder ob ich irgendwelche Fehler gemacht habe.

Von der Opposition wird in den Raum gestellt, dass Sie vielleicht selbst um Inserate in der Wirtschaftsbundzeitung geworben haben könnten.
Fischer: Ich finde es ehrlich gesagt eine Sauerei, was man mir hier unterstellt. Ich war kein Inseratenkeiler für den Wirtschaftsbund. Und mit dem ehemaligen Direktor hatte ich in solchen Fragen nie etwas zu tun.

Warum hat die ÖVP Lustenau mehr Unterstützung vom Wirtschaftsbund bekommen als die anderen Ortsgruppen?
Fischer: Wir haben traditionell einen sehr aktiven Wirtschaftsbund. Unsere Mitglieder zahlen deutlich mehr Mitgliedsbeiträge, als wir vom Wirtschaftsbund bekommen haben. Ich sage aber ehrlich: Mir wäre lieber gewesen, wir hätten einen angemessenen Teil der Beiträge unserer über 100 Wirtschaftsbundmitglieder refundiert bekommen. In Lusten­au sind rund 1100 Menschen bei der ÖVP oder einem der Bünde, das sind im Verhältnis mehr Mitglieder als beispielsweise in Dornbirn.

Was hat die ÖVP Lustenau mit dem Geld gemacht?
Fischer: Wir haben einen Teil des Geldes für Wahlkämpfe ausgegeben. Wir bestreiten nicht nur Kommunalwahlen, wir haben in diesem Zeitraum einen Landtagswahlkampf gemacht, und wir hatten mit Christian Zoll einen aussichtsreichen Kandidaten auf nationaler Ebene. Dann haben wir allein in diesem Zeitraum auch einen fünfstelligen Betrag für soziale Zwecke ausgegeben, wie zum Beispiel für das Sponsoring unserer großen Laufmannschaft beim Lebenshilfe-Stundenlauf. Selbstverständlich haben wir nicht alles verpulvert, wir haben kein Minus auf unserem Konto.

Wie geht es jetzt weiter in der Gemeindepolitik? Ist da jetzt nicht viel Porzellan zerschlagen?
Fischer: Ich werde mir das in den nächsten Wochen und Monaten genau anschauen, mit welchen Kräften es in Lustenau einen Weg zurück zur konstruktiven Zusammenarbeit gibt. In weiterer Folge werde ich auch eine Entscheidung für meine persönliche Zukunft treffen.

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