Lokal

Brücke und 15.000 Kubik Fels müssen weg

16.05.2022 • 20:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Heilig-Kreuz-Brücke wird abgebrochen und neugebaut.<span class="copyright"> hartinger</span>
Heilig-Kreuz-Brücke wird abgebrochen und neugebaut. hartinger

Wie es mit dem Hochwasserschutzprojekt in Feldkirch weitergeht.

Das seit vielen Jahren geplante und groß angelegte Hochwasserschutzprojekt in Feldkirch geht in eine nächs­te Etappe. Der Wasserverband Ill-Walgau hat kürzlich umfassende Abbrucharbeiten ausgeschrieben. In der Kapfschlucht sollen rund 15.000 Kubikmeter Fels abgetragen werden. Auch die 1894 errichtete und 1914 adaptierte Heiligkreuzbrücke wird das Zeitliche segnen. Beide Baulose sollen an einen Auftragnehmer vergeben werden. Die Zahl der Bewerber ist auf acht beschränkt. Die Bewerbungsfrist endet heute.

Die zweite Verfahrensstufe, sprich die Auswahl der Bewerber samt Hearings, beginnt, sobald Bund und Land die Finanzierung abgesegnet haben. Wolfgang Errath, Geschäftsführer des Wasservebands Ill-Walgau, erwartet „die hoffentlich positive“ Zusage seitens des Bundes noch in dieser Woche, beim Land könnte es in zwei Wochen so weit sein.

Brücke und 15.000 Kubik Fels müssen weg
Die Tage der 1894 errichteten Heilig-Kreuz-Brücke sind gezählt: Weil die Kapfschlucht aufgeweitet wird, muss sie abgebrochen und neu gebaut werden. Auch ein Neubau der großen Montfortbrücke (hinten) ist geplant.NEUE

Engstelle

Wie berichtet wird die Kapfschlucht zwischen Ardetzen- und Blasenberg auf einer Länge von 200 Metern um bis zu acht Meter aufgeweitet. Dadurch soll ein Rückstau der Ill verhindert werden, der die tiefer gelegene Innenstadt gefährden könnte. Es ist die zweite große Baumaßnahme in dem Bereich. 1914 wurde der Knick der Ill entschärft und linksseitig eine Mauer errichtet. Ausschlaggebend dafür war das verheerende Hochwasser im Jahr 1910. Die Innenstadt Feldkirch wurde damals meterhoch überschwemmt. Neben der Heiligkreuzbrücke muss auch die benachbarte und um einiges größer dimensionierte Montfortbrücke beim Landesgericht abgerissen und neu gebaut werden. Trotz der Aufweitung der Kapfschlucht und weniger Rückstau läge die Brücke nämlich bei einem hundertjährlichen Hochwasserereignis nur knapp oberhalb des Illwassers. Erforderlich sei aber ein ­Abstand von einem Meter, heißt es.

Finanzierung

Die Finanzierung der neuen Montfortbrücke (7,6 Millionen Euro) steht allerdings noch auf wackligen Beinen. Zumindest kündigte das Land auf NEUE-Anfrage an, dass dieser Projektteil um ein paar Jahre verschoben werden könnte. Begründet wird dies mit allgemein knappen Kassen und weiteren kostenintensiven Hochwasserprojekten, die ebenfalls umgesetzt werden müssten. Ursprünglich sollte mit dem Abbruch der Montfortbrücke 2025 gestartet werden.
Beim Wasserverband hat man mit dieser Planänderung wenig Freude. Man habe noch eine Reihe anderer Projekte in der Planung, diese würden sich nun alle nach hinten verschieben, so Errath.

24 Millionen Euro

Die Kosten des gesamten Projekts sind mit 24 Millionen Euro veranschlagt. Bund und Land Vorarl­berg übernehmen jeweils 40 Prozent. Den Rest tragen die Mitglieder des Wasserverbands Ill-Walgau (zwölf Gemeinden, Land, Asfinag, die ÖBB und vier Kraftwerksbetreiber). Die Stadt ­Feldkirch wird laut Kostenschlüssel rund 1,3 Millionen Euro zum Projekt beitragen. ­Darüber hinaus werden noch Kosten für Straßenanschlüsse anfallen.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.