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Nach Partnergewalt: Therapien sonst Haft

16.05.2022 • 19:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mann wurde mehrmals gewalttätig gegen Lebensgefährtin.<span class="copyright">(c) Schutterstock</span>
Mann wurde mehrmals gewalttätig gegen Lebensgefährtin.(c) Schutterstock

24-Jähriger muss sich Antigewalt- und Alkoholtherapie unterziehen.

Der geständige Angeklagte versetzte seiner bereits auf dem Boden liegenden Lebensgefährtin Tritte. Dadurch erlitt sie Rippenbrüche und damit eine schwere Körperverletzung. Zudem verletzte er sie mehrmals, mit weiteren Tritten und einem Biss. Der 24-Jährige räumte vor Gericht ein, dass er ein Problem mit Gewalt und Alkohol hat. Richter Martin Mitter­egger erteilte dem Zivildiener die Weisungen, sich während der Bewährungszeit von drei Jahren einer Antigewalttherapie beim Verein „Neustart“ zu unterziehen sowie einer ambulanten oder stationären Alkoholtherapie. Des Weiteren hat er Bewährungshilfe in Anspruch zu nehmen. Sollte der Angeklagte die Bewährungsauflagen nicht befolgen, müsste er eine Haftstrafe verbüßen.

Hilfe für Betroffene

Frauenhelpline und Männernotruf

Die Frauenhelpline gegen Gewalt ist österreichweit und rund um die Uhr unter der Telefonnummer 0800 222 555 erreichbar.

Der Männernotruf für Männer in Krisen- und Gewaltsituationen hat die Nummer 0800 246 247.

Schuldspruch rechtskräftig

Der mit drei Vorstrafen belastete Angeklagte wurde am Montag am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von einem Jahr und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 960 Euro (240 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Das Urteil, mit dem der von Andrea Höfle-Stenech verteidig­te Angeklagte und Staatsanwalt Philipp Höfle einverstanden waren, ist rechtskräftig. Der Strafrahmen betrug sechs Monaten bis fünf Jahre. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht umgerechnet 16 Monaten Haft. Der Schuldspruch erfolgte ­wegen schwerer Körperverletzung, Körperverletzung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Nötigung und Sachbeschädigung. Demnach sprang der 24-Jährige aus dem Fenster dreieinhalb Meter in die Tiefe, als die von seiner Freundin alarmierte Polizei eingetroffen war. Unmittelbar davor biss er einem Polizisten in den Finger. Freigesprochen wurde der Angeklagte vom Vorwurf, er habe vor seinem Sprung eine einschreitende Polizistin grob fahrlässig leicht verletzt.

Der Angeklagte nötigte seine Partnerin, als er ihr Telefon entriss, während sie die Polizei verständigen wollte. Darüber hinaus beschädigte er ihr Eigentum. Als Schadenersatz für hat er ihr 490 Euro zu bezahlen. Sie verzichtete auf Schmerzengeld. Dem gebissenen Polizisten hat der junge Mann als Schmerzen­geld 500 Euro zukommen zu lassen.

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