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Maskenverweigerer bedrohte Schaffner

07.06.2022 • 17:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Symbolbild. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Symbolbild. Klaus Hartinger

Geldstrafe bei zehnter Verurteilung: Vorbestrafter 32-Jährige drohte Zugbegleiter damit, ihn zu schlagen.

Der angeklagte Fahrgast trug am 16. Februar während der Zugfahrt im Rheintal auch bei der zweiten Kontrolle die damals vorgeschriebene Corona-Schutzmaske nicht. Deswegen verlangte der Zugbegleiter von ihm 40 Euro als Ordnungswidrigkeit und verwies ihn des Zuges. Daraufhin drohte der 32-jährige Angeklagte nach den gerichtlichen Feststellungen dem Schaffner damit, ihm ins Gesicht zu schlagen.

Versuchte Nötigung

Den Vorfall wertete die neue Strafrichterin Silke Sandholzer am Dienstag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch als versuchte Nötigung. Weil der Angeklagte mit der Drohung versucht habe, den Zugverweis abzuwenden, so die Richterin. Dafür wurde der mit neun Vorstrafen belastete Arbeitslose zu einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1680 Euro (420 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, denn der Angeklagte meldete volle Berufung an; die Staatsanwältin nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Vier einschlägige Vorstrafen

Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis oder eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen gewesen. Die Strafe fiel angesichts von vier einschlägigen Vorstrafen milde aus. Richterin Sandholzer nahm von einer strengeren Sanktion mit dem Argument Abstand, die letzte Verur­teilung liege schon länger zurück.

Der Angeklagte räumte vor Gericht ein, dem Zugbegleiter damit gedroht zu haben, ihn zu schlagen. Dennoch sagte der 32-Jährige, er sei nicht schuldig. Er meinte irrigerweise, er dürfe als Jahreskartenbesitzer trotz der Missachtung der Maskenpflicht nicht des Zuges verwiesen werden.

Der Zugbegleiter berichtete als Zeuge, er habe über den ÖBB-Notfallkoordinator die Polizei verständigen lassen. Einschreitende Polizisten hätten den in Dornbirn aussteigenden Fahrgast am Bahnhof angehalten und einvernommen. Der 51-Jährige merkte an, im Gegensatz zu Berufskollegen sei er im Dienst noch nie geschlagen worden.

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