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Romantische Wanderung im Wald

10.06.2022 • 21:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Romantisch eingebettet in eine liebliche Hügellandschaft liegt die Kobelalp. <span class="copyright">Vylet</span>
Romantisch eingebettet in eine liebliche Hügellandschaft liegt die Kobelalp. Vylet

Die Wanderführerin Hertha Glück und
der Fotograf Gerhard Vylet wandern von Niedere zur Kobelalp und über den ­Knopfweg retour.

Die Brücke über die Rappenlochschlucht nach Ebnit wird aufgrund von Felsstürzen 2011 und 2020 neu gebaut. Die kleine Walsersiedlung und der Ausgangspunkt der Route sind daher nur über eine Behelfsstraße zu erreichen, weshalb die Anreise mit dem Bus zu empfehlen ist. Ab der Busstation auf der Straße, die nach Ebnit führt, startet die Waldwanderung zur romantisch gelegenen Kobelalp. Der erste Aufstieg erfolgt auf der Straße. Nach der als „Durchstich“ bezeichneten Wegkreuzung, zweigt ein Forstweg links zur Gunzenach/Kobelach ab. Auf der Brücke stehend, beeindrucken der tosende Wildbach und das dahinter hoch aufragende felsige Gelände.


Steil führt die Forststraße nach oben und geleitet uns in den auf den ersten Metern noch steileren Waldwurzelweg. Ab hier lässt der Waldweg auf dem Geländerücken das Wandererherz höherschlagen, da sozusagen in Stereo die Bäche Rudach von links und Gunzenach/Kobelach von rechts rauschend erklingen. Bald übernimmt die Rudach das Konzert alleine. Der Weg verläuft unterhalb der Hügelkuppe, flachere und steilere Passagen wechseln sich ab. Wunderschöne Blumen säumen den Pfad, besonders augengefällig sind die Akeleien. Durch Gebüsch und Wald ist die Gschwendt Alpe, welche hoch über Kehlegg liegt, zu sehen. Wildromantisch mutet die Waldlandschaft an und entlässt einen mit imposantem Blick zur Dornbirner Frist-Kette auf die Weide der Kobelalp.

Schlucht Kobelach. <span class="copyright">Vylet</span>
Schlucht Kobelach. Vylet

Naturschauspiel

In einer Karte von 1857 ist die Kobelalp als Hintere Kobelalpe bezeichnet, somit muss es einst eine Vordere Kobelalp gegeben haben. Mit dem Blick auf den Waldhügel Hoher Knopf und die Berglandschaft Ebnits lässt es sich hier gut rasten und ruhen. Weiter geht es auf der Forststraße. Diese führt nun vorbei am Kobelmoosgraben hinunter zum Lauberbach, der unter der Mörzelspitze entspringt. Steil ragen rechts hohe Schieferwände empor, die einerseits wie scharfe Zähne aussehen, andererseits eher an groben Sand erinnern.


Der Bach begleitet den Weg zuerst links und nach der Brücke rechts bis zur Der Bach begleitet den Weg zuerst links und nach der Brücke rechts bis zur nächsten Abzweigung. Hier bietet sich ein imposantes Naturschauspiel, denn der Lauberbach vereint sich mit der Gunzenach/Kobelach, die unter dem Salzbödenkopf entspringt, und gemeinsam tosen sie durch eine breite Schlucht in Richtung Dornbirn.

Wild rauschender Lauberbach. <span class="copyright">Vylet</span>
Wild rauschender Lauberbach. Vylet

Der Aufstieg zur Vorderschaneralpe offeriert auf den ersten Metern gute Blicke auf den darunterliegenden Bachlauf. Auf dem Wegweiser ist die vorab erwähnte Alpe angeschrieben, aber zu sehen ist sie interessanterweise nicht. Dafür ist der Rückweg in Richtung „Niedere“ bezeichnet und eine Markierung an einem alten Schranken noch zu erkennen. Der Knopfweg, zu Beginn ein schmaler Kiesweg, bald ein Waldwurzelweg, führt am Hohen Knopf vorbei. Dieser Waldhügel ist mit 1092 Metern der höchste Punkt des Hügelrückens zwischen Kobelach und Dornbirnerach.
Bald mündet das Weglein in einen Forstweg. Dank der reichlichen Regenschauer glänzen auf der Forststraße Pfützen, in denen sich nicht nur der Wald herrlich spiegelt, sondern auch Kaulquappen tummeln. Mit jedem Schritt verliert man mehr an Höhe. Die Bäume geben zuerst den Blick auf den Bodensee, danach zum gegenüberliegenden Staufen frei. Ab „Durchstich“ geht es auf dem bekannten Weg hinunter zur Bushaltestelle, zum Ausgangspunkt der Wanderung mit einer weiteren schönen Landschaft Vorarlbergs in Erinnerung.

Hertha Glück

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