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Verurteilt: Psychisch Kranker drohte Frau mit Schlägen

15.06.2022 • 19:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">Hartinger</span>
Prozess am Landesgericht Feldkirch. Hartinger

Zum dritten Mal wegen Nötigung verurteilt

Bei seinen beiden letzten Verurteilungen wurde der mit vier Vorstrafen belastete Angeklagte stets auch wegen Nötigung schuldig gesprochen, zuletzt sogar wegen schwerer Nötigung. Nun erging zum dritten Mal in Folge ein Schuldspruch wegen Nötigung.
Dafür wurde über den psychisch kranken Arbeitslosen in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch eine bedingte, nicht zu verbüßende Haftstrafe von fünf Monaten und eine unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Geldstrafe von 480 Euro (120 Tagessätze zu je 4 Euro) verhängt. Das Urteil, mit dem der Angeklagte einverstanden war, ist nicht rechtskräftig, denn die Staatsanwältin nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis oder eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen gewesen.

„Keine brutale Nötigung“

Auch im März 2021 kam der Angeklagte am Landesgericht bei seiner vierten Verurteilung mit einer kombinierten Strafe davon, vier bedingte Haftmonate und eine Geldstrafe von 480 Tagessätzen. Dass es dieses Mal keine unbedingte Haftstrafe gab, lag zum einen daran, dass dem psychisch Kranken eine stark verminderte Zurechnungsfähigkeit bescheinigt wurde. Zudem liege „keine brutale Nötigung“ vor, wie Richter Richard Gschwenter sagte.

Angeklagter kann sich nicht erinnern

Nach Ansicht des Strafrichters hat der 27-Jährige aus dem Bezirk Bludenz im März bei einer Haltestelle beim Warten auf den Linienbus auf die morgendliche Begrüßung einer 46-jährigen Frau so reagiert: „Halt die Fresse, sonst schlag’ ich dir eine!“ Der Richter folgte dabei den belastenden Angaben der Frau. Der Angeklagte sagte, er könne sich an nichts erinnern. Die Zeugin merkte an, seit dem Vorfall sei sie nicht mehr mit dem Bus zur Arbeit gefahren, sondern mit dem ­Auto.
Noch nicht geurteilt wurde über den neuerlichen Vorwurf der Sachbeschädigung. Der 27-Jährige soll in seiner Mietwohnung und an der Bushaltestelle etwa mit Tritten Wertgegenstände beschädigt haben.

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