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Warum der Wildpark nicht mehr Geld bekommt

24.06.2022 • 20:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Hartinger

Anfragebeantwortung von Landesrat Zadra (Grüne) liegt vor. Kritik gibt es vonseiten der FPÖ.


Wie kürzlich berichtet, ist die Landesförderung für den Wildpark im Betriebsjahr 2021 um etwa zehn Prozent von 55.000 auf 50.000 gekürzt worden. Vereins­präsident Wolfgang Burtscher zeigte sich im NEUE-Gespräch enttäuscht und wirft dem politisch Verantwortlichen der fördergebenden Abteilung, Landesrat Daniel Zadra (Grüne), „mangelnde Wertschätzung“ vor. Zadra wies dies zurück und hielt fest, dass weite Teile des Wildpark-Angebots nicht dem klassischen Umwelt- und Naturschutz zuzuordnen seien. Zu den Förderungen selbst und zum Ersuchen um zusätzliche Mittel, machte er keine Angaben, da er einer Landtagsanfrage nicht vorgreifen wolle. Seit Mittwoch ist ebendiese Anfrage beantwortet.

Landesrat Daniel Zadra. <span class="copyright">NEUE</span>
Landesrat Daniel Zadra. NEUE

Sparvorgaben, Pandemie, weltpolitische Lage

FPÖ-Landtagsabgeordnete Andrea Kerbleder wollte von Zadra unter anderem wissen, warum die Subventionen gekürzt wurden und diese in den nächsten fünf Jahren allenfalls wieder erhöht werden. Eine Erhöhung der Budgetmittel sei derzeit nicht geplant, heißt es in der Beantwortung der Anfrage. Zadra begründet dies „mit der angespannten Budgetsituation aufgrund der Coronapandemie sowie der aktuellen weltpolitischen Lage“. Darüber hinaus gewähre die Umweltschutzabteilung dem Wildpark bereits derzeit „eine bemerkenswerte Förderung“. Nichtsdestotrotz habe man den Verein erst kürzlich eingeladen, „sein allenfalls gesteigertes Engagement im Umwelt- und Naturschutz im Detail näher darzulegen“. Dies sei bis dato nicht erfolgt, schreibt Zadra.
Zur Frage, warum die Budgetmittel 2021 gekürzt wurden, gibt der Landesrat an: „Dies war den Sparvorgaben aufgrund der hohen finanziellen Auswirkungen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie sowie den Hilfsprogrammen für Wirtschaft und Arbeitsmarkt geschuldet.“

FPÖ-Familiensprecherin Andrea Kerbleder. <span class="copyright">hartinger</span>
FPÖ-Familiensprecherin Andrea Kerbleder. hartinger

FPÖ-Kritik

FPÖ-Familiensprecherin Kerbleder vermisst die „notwendige Wertschätzung gegenüber dem Wildpark Feldkirch. Dieser habe sich als „großartiges und wichtiges“ Natur- und Erholungsziel etabliert, in dem Kinder und ihre Eltern die Natur und das heimische Wild hautnah erleben. „Anstatt die Förderungen zu kürzen, sollte es gerade angesichts der angespannten finanziellen Lage des Wildparks die notwendige Unterstützung auch von Seiten des Landes geben“, findet Kerbleder kritische Worte.

Wildpark-Präsient Wolfgang Burtscher. <span class="copyright">Privat</span>
Wildpark-Präsient Wolfgang Burtscher. Privat

Weitere Zuwendungen

Wie aus der von Zadra – in Absprache mit Landwirtschaftslandesrat Christian Gantner – beantworteten Landtagsanfrage hervorgeht, hat der Wildparkverein in den vergangenen Jahren auch Zuwendungen von den Fachabteilungen „Landwirtschaft und ländlicher Raum“ sowie „Forstwesen“ erhalten, ­allerdings in teils marginaler Höhe.
Für die Viehhaltung gab es seit 2017 jährlich zwischen 130 und 660 Euro, die Ardetzenberger Waldspiele wurden von 2017 bis 2019 mit jeweils 5000 Euro unterstützt und für Tiergesundheitsmaßnahmen steuerte man jährlich zwischen 39 und 355 Euro bei. Der höchste Betrag abseits der Hauptförderung findet sich 2018. Damals überwies das Land rund 25.000 Euro für die Behebung massiver Schäden, die ein Föhnsturm Ende 2017 angerichtet hatte.

Mehr als 100.000 Euro wurden im Jahr 2021 gespendet. <span class="copyright">Hartinger</span>
Mehr als 100.000 Euro wurden im Jahr 2021 gespendet. Hartinger

Spendenrekord

Ein Grund zur Freude war für den gemeinnützigen Wildparkverein, dass die weit mehr als 100.000 Besucher des Wildparks noch nie so viel gespendet haben wie im vergangenen Jahr, Wie berichtet landeten mehr als 100.000 Euro in der Spendenkasse des frei zugänglichen Wildparks. Geld, das der Verein gut gebrauchen kann, steht doch mit der Sanierung des Wirtschaftsgebäudes eine große Investition an (rund 1,2 Millionen Euro). Die Stadt Feldkirch und das Land haben dafür bereits eine finanzielle Unterstützung für die baulichen Maßnahmen zugesichert.

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