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Haft: Zwei schlafende Frauen missbraucht

30.06.2022 • 19:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Hartinger

OGH bestätigt Strafe: 30-Jähriger verging sich an 22-Jähriger und später an ihrer älteren Schwester.

Das freundschaftliche Verhältnis zu zwei jungen Frauen habe der Angeklagte schamlos ausgenutzt, sagte der Feldkircher Staatsanwalt Markus Fußenegger. Er habe die beiden schlafenden Schwestern sexuell missbraucht.


Der Darstellung des öffentlichen Anklägers schlossen sich die Gerichte an. Wegen sexuellen Missbrauchs von Wehrlosen wurde der unbescholtene 30-Jährige rechtskräftig zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil sieben Monate. 14 Haftmonate wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen. Der Strafrahmen be­lief sich auf ein bis zehn Jahre Gefängnis. Die Richter hielten die belastenden Angaben der mutmaßlichen Opfer für glaubwürdig. Demnach hat der junge Mann aus dem Bezirk Dornbirn im Juli 2019 die 22-Jährige im Intimbereich berührt, während sie schlief.

Alkoholkonsum

Die junge Frau und der Angeklagte übernachteten nach dem Konsum von Alkohol gemeinsam in einem Bett in der Wohnung der älteren Schwester der 22-Jährigen. Nach den gerichtlichen Feststellungen stieß die Frau den Angeklagten mit dem Ellbogen von sich weg, als sie aufwachte. 14 Monate später, im September 2020, hatte der im Ausland geborene Österreicher nach Überzeugung der Richter nach dem Konsum von reichlich Rotwein Geschlechtsverkehr mit der schlafenden 34-Jährigen in deren Wohnung. Sie war seine beste platonische Freundin. Er hatte schon zuvor mehrmals in ihrem Bett übernachtet, ohne dass es laut Urteil zu Übergriffen gekommen war.

Unbescholten

Mildernd wertete das Gericht die Unbescholtenheit und die wegen des Alkoholkonsums eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten. Erschwerend wirkten sich zwei begangene Verbrechen aus. Der Bauarbeiter sagte, er sei nicht schuldig, und beantragte einen Freispruch. Weil er die Taten offenbar als Schlafwandler unabsichtlich und unbewusst begangen habe. Den Antrag auf Einholung eines Gutachtens zur Frage der Schlafwandlerei wiesen die Gerichte aber ab. Weil es dafür keinen Anhaltspunkt gebe.

Strafberufung nicht erfolgreich

Der Oberste Gerichtshof (OGH) in Wien wies im Mai die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten zurück. Damit wurde der Schuldspruch des Landesgerichts Feldkirch vom September 2021 rechtskräftig. Das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG), so OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann, gab am Donnerstag den Strafberufungen des Angeklagten und der Staatsanwaltschaft keine Folge.

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