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Haft: Raubüberfall auf junge Frau im Wald

14.07.2022 • 19:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/HArtinger</span>
Symbolbild/HArtinger

20 Monate Gefängnis für unbescholtenen und geständigen 21-Jährigen: ­Rumäne raubte auf Waldweg in Thüringen 19-Jähriger die Handtasche.

Der Raubüberfall sei in einem nicht einsehbaren Waldstück und an einer Frau begangen worden. Deshalb sei zur allgemeinen Abschreckung keine teilbedingte Strafe möglich, sagte Richter Dietmar Nußbaumer in seiner Urteilsbegründung. Ein Schöffensenat unter seinem Vorsitz verurteilte den 21-jährigen Untersuchungshäftling am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch wegen Raubes, Entfremdung unbarer Zahlungsmittel und Urkundenunterdrückung zu 20 Monaten Gefängnis. Das Urteil, mit dem der Angeklagte und der Staatsanwalt einverstanden waren, ist rechtskräftig. Der Strafrahmen belief sich auf ein bis zehn Jahre Haft. Weil der Angeklagte unbescholten und reumütig geständig gewesen sei und sich für seine Tat schäme, sei die Strafe verhältnismäßig milde ausgefallen, merkte der Strafrichter an. Der Schöffensenat verpflichtete den jungen Rumänen dazu, dem Raubopfer als Schadenersatz für beschädigte Wertsachen 800 Euro zu bezahlen.

Der 21-Jährige ging am 20. Mai am Mittag einer 19-Jährigen nach und umklammerte sie auf einem Waldweg in Thüringen. Er hielt ihr den Mund zu und entriss ihr von ihrer Schulter die Handtasche, deren Henkel riss. Die 19-jährige Frau leistete Gegenwehr, stürzte und erlitt Prellungen, Abschürfungen und Hämatome. Ihre Handtasche, ihr Handy und ihr Kleid wurden beschädigt.

Fünf Euro Beute

Der Täter flüchtete mit der Beute. In der Handtasche befand sich eine Geldtasche mit fünf Euro, einer Bankomatkarte, einem Mopedführerschein und einer E-Card. Bereits rund eineinhalb Stunden nach dem Überfall konnte der Beschuldigte in seiner Wohnung in Ludesch festgenommen werden. Der Eisenleger gewährte der Polizei eine freiwillige Nachschau in seiner Unterkunft. Dabei wurde die Beute sichergestellt. Dank Videoaufnahmen von einem Ludescher Geschäft konnte der Tatverdächtige rasch ausgeforscht werden. Einer Mitarbeiterin des Geschäfts war der junge Mann aufgefallen, der erst kurz zuvor nach Österreich gekommen war.
Verteidigerin Andrea Concin meinte, es liege nur ein minderschwerer Raub mit einer Strafdrohung von sechs Monaten bis fünf Jahren Gefängnis vor. Weil der Raub ohne erhebliche Gewalt begangen worden sei und der Wert der Beute gering sei. Staatsanwalt Philipp Höfle widersprach und sagte, die Gewalteinwirkung sei durchaus intensiv gewesen. Der Ansicht des öffentlichen Anklägers schloss sich der Schöffensenat an.

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