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Auch sexuelle Gewalt gegen Partnerin: Haft

15.07.2022 • 19:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Symbolbild/Hartinger

Vier Jahre Gefängnis für unbescholtenen Iraker, der nach Ansicht der Richter seine Zweitfrau vergewaltigte, wiederholt schlug und bedrohte. Angeklagter bekämpft Urteil.

Wegen Vergewaltigung, fortgesetzter Gewaltausübung, schwerer Nötigung und gefährlicher Drohung wurde der unbescholtene Angeklagte am Freitag am Landesgericht Feldkirch in einem Schöffenprozess zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Der Unternehmer wurde dazu verpflichtet, dem Opfer 6000 Euro als Schmerzensgeld zu bezahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, denn der Angeklagte meldete Nichtigkeitsbeschwerde, Strafberufung und Beschwerde an.
Staatsanwalt Johannes Hartmann nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Strafrahmen belief sich auf zwei bis zehn Jahre Haft.

Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der Iraker im Vorjahr seine Vorarlberger Zweitfrau aus Rache für ihren Seitensprung vergewaltigt. Demnach hat der 38-Jährige seine Partnerin zudem wiederholt misshandelt und bedroht. Des Weiteren hat er nach Ansicht der Richter die schwangere Frau zur Abtreibung gezwungen. Indem er ihr gedroht hat, sie sonst umzubringen und die Zwillinge nach deren Geburt zu entführen. Und er wurde schuldig gesprochen, einen Sexualpartner der Frau am Telefon bedroht zu haben.
Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Silke Sandholzer hielt die belastenden Angaben der Frau für glaubwürdig.

Sei nicht schuldig

Der Angeklagte sagte, er sei nicht schuldig. Der Untersuchungshäftling gab vor Gericht zu Protokoll, er habe ihr nur wenige Male Ohrfeigen verpasst. Verteidiger Bernhard Graf beantragte einen Freispruch. Die Frau habe als Zeugin widersprüchliche Angaben gemacht und sei nicht glaubwürdig. Sie belaste seinen Mandanten auch deshalb zu Unrecht, um ihre Familie wieder für sich zu gewinnen.

Der Angeklagte und die Vorarl­bergerin hätten sich im Februar 2020 in einer Dornbirner Bar kennengelernt und seien eine Liebesbeziehung miteinander eingegangen, berichtete Staatsanwalt Hartmann. Die Vorarlbergerin habe gewusst, dass der Selbstständige ein verheirateter Familienvater sei.
Die Christin sei zum Islam konvertiert und habe ein Kopftuch getragen. Sie habe ihn nach islamischem Ritus geheiratet und sei so die Zweitfrau des Arabers geworden. Es sei auch wegen ihrer sexuellen Kontakte zu anderen Männern zu Streitigkeiten und letztlich sogar zu den angeklagten Straftaten gekommen.
Der Frau gehe es inzwischen ein wenig besser, aber „immer noch weit weg von gut“, sagte am Freitag als Zeugin in dem zwei Tage dauernden Prozess deren Halbschwester.

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