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Fahrlässige Tötung eines Minderjährigen

26.07.2022 • 18:05 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/WIMBORNE</span>
Symbolbild/WIMBORNE

Stahlträger verletzte 13-Jährigen tödlich. Auch im neuen Prozess Geldstrafe und bedingte Haftstrafe.

Bei einem Arbeitsunfall in einem Unternehmen in Doren kam am 20. August 2020 ein 13-jähriger Bub ums Leben. Der Sohn eines deutschen Lkw-Fahrers wurde bei Verladearbeiten von einem umkippenden Stahlträger am Kopf getroffen. Der junge Deutsche starb zwei Tage später an den dabei erlittenen Verletzungen.

Für den Tod des Jugendlichen und die Gefährdung des Vaters des Minderjährigen wurde auch im neuen Strafprozess am Dienstag am Landesgericht Feldkirch ein Mitarbeiter des Unternehmens wegen grob fahrlässiger Tötung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit schuldig gesprochen. Der unbescholtene 55-Jährige wurde zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von zwei Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 4800 Euro (300 Tagessätze zu je 16 Euro) verurteilt. Das Urteil von Richterin Silke Sandholzer ist nicht rechtskräftig, denn der Angeklagte und Staatsanwältin Konstanze Manhart nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen.

Die verhängte kombinierte Strafe entspricht wie schon beim ersten Prozess im Oktober 2021 sieben Monaten Haft. Damals war eine bedingte Haftstrafe von sechs Monaten und eine unbedingte Geldstrafe von 1080 Euro (60 Tagessätze zu je 18 Euro) verhängt worden. Im zweiten Rechtsgang wurde am Dienstag eine höhere Geldstrafe und dafür eine niedrigere bedingte Freiheitsstrafe ausgesprochen.

Nach Ansicht der Richterin hat der Angeklagte den 719 Kilogramm schweren Stahlträger, der auf den Lkw des Vaters des 13-Jährigen geladen werden hätte sollen, nicht fachgerecht am Hallenkran befestigt und sich nicht vergewissert, dass im Gefahrenbereich niemand stand.
Das Oberlandesgericht Inns­bruck hatte das erste Urteil aufgehoben und zur vertiefenden Klärung des Sachverhalts eine neue Verhandlung am Landesgericht angeordnet.

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