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Dädalus kostete heuer knapp vier Millionen

02.08.2022 • 19:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Luftstreitkräfte des Bundesheeres sichern jährlich im Rahmen der Operation „Dädalus“ den Luftraum über Tirol und Vorarlberg. <span class="copyright">APA/BUndesheer</span>
Die Luftstreitkräfte des Bundesheeres sichern jährlich im Rahmen der Operation „Dädalus“ den Luftraum über Tirol und Vorarlberg. APA/BUndesheer

Die Operation zum Schutz des Weltwirtschaftsforums in Davos erfordert den jährlichen Einsatz des Bundesheeres.

Das österreichische Bundesheer hat heuer 3,96 Millionen Euro für die Luftraumüberwachungsmission „Dädalus 22“ im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos ausgegeben. Das hat die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage des FPÖ-Bundesrates Michael Bernhard und Kollegen ergeben. In diesem Rahmen werden jährlich auch zusätzliche Truppen nach Vorarlberg verlegt.

Großteil für Luftraum

Allein 3,16 Millionen Euro entfielen auf Flugstunden. So kosteten die 47 Stunden und 23 Minuten, die die Eurofighter im Rahmen des Einsatzes in der Luft waren, 2,95 Millionen Euro. Die 14,5 Flugstunden der ­Black-Hawk-Hubschrauber der Luftstreitkräfte schlugen wiederum mit etwa 112.000 Euro zu Buche.
Die Kosten für die Flüge sind allerdings relativ zu sehen, wie das Verteidigungsministerium betont. Sie fallen nicht zusätzlich an, da die Flugstunden im Rahmen des generell vorgesehenen Kontingents verbraucht werden. Heerespiloten müssen wie ihre zivilen Kollegen eine gewisse Mindestanzahl an Flugstunden im Jahr erreichen, um weiter fliegen zu dürfen. Ob die Flüge nun zum Schutz des Weltwirtschaftsforums oder im Training absolviert werden, macht daher keinen budgetären Unterschied. Zusätzlich fielen hingegen Überstundenkosten in der Höhe von etwa 723.000 Euro an.

Schweiz zahlt nicht

Eine Kos­tenübernahme durch die Schweiz findet nicht statt. Die FPÖ-Bundesräte bemängelten, dass der Staat für eine private Veranstaltung derart hohe Sicherheitskosten übernehme. Sie bezogen sich außerdem auf den „Great Reset“, mit dem die Veranstalter des Weltwirtschaftsforums die gerechte Transformation der Weltwirtschaft nach der Corona-Pandemie umschreiben, der aber mittlerweile zum Gegenstand rechtsextremer Verschwörungstheorien geworden ist. Dieser „Great Reset“ verfolge ein demokratisch nicht legitimiertes Ziel, so die freiheitlichen Mitglieder des Bundesrates.
Verteidigungsministerin Claudia Tanner betonte in ihrer Anfragebeantwortung, dass der Einsatz zur Abwehr nicht-militärischer Bedrohungen notwendig sei und die Luftraumüberwachung „der ständigen Wahrung der Lufthoheit der Republik Österreich“ diene.