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Mindeststrafe: Messerstich gegen Freund

09.08.2022 • 13:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Angeklagte wird in den Gerichtssaal geführt.  <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Die Angeklagte wird in den Gerichtssaal geführt. Stiplovsek

Rechtskräftig zwei Jahre Haft, davon acht Monate unbedingt, wegen absichtlich schwerer Körperverletzung: 37-Jährige verletzte in Meiningen Verlobten mit Bauchstich schwer.

Die Mindeststrafe gewährte der Schöffensenat der unbescholtenen Angeklagten. Wegen absichtlich schwerer Körperverletzung wurde die 37-Jährige am Dienstag am Landesgericht Feldkirch rechtskräftig zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil acht Monate.
Der Strafrahmen betrug wegen der Verwendung eines Messers als Waffe zwei bis zehn Jahre Haft und nicht ein bis zehn Jahre. Am 7. September entscheidet Richterin Sabrina Tagwercher, ob die Österreicherin serbischer Abstammung bereits nach vier Monaten und damit der Hälfte der verbüßten Strafe vorzeitig und auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen wird.

Bauchstich

Die Frau hat nach den gerichtlichen Feststellungen am 7. Mai in ihrer Wohnung in Meiningen während eines Streits um die Haltbarkeit von Lebensmitteln ihrem 40-jährigen Verlobten mit einem Küchenmesser mit einer Klingenlänge von 20 Zentimetern einen wuchtigen Stich in den Oberbauch versetzt. Nach Ansicht der Richter hat die Reinigungsfrau ihren Lebensgefährten absichtlich schwer verletzt.
Die Angeklagte sagte vor Gericht, sie habe ihren Partner weder töten noch schwer verletzen wollen. Verteidiger German Bertsch beantragte einen Schuldspruch nur wegen des Verbrechens der schweren Körperverletzung, mit einer Strafdrohung von bis zu fünf Jahren Haft. Seine Mandantin habe nicht die Absicht gehabt, ihren Freund schwer zu verletzen, eine schwere Verletzung aber in Kauf genommen und daher mit bedingtem Vorsatz gehandelt.

Ursprünglich wurde wegen des Verdachts des versuchten Mordes ermittelt, wofür das Strafgesetzbuch mindestens zehn Jahre Gefängnis vorsieht. Der Haftrichter verhängte über die Beschuldigte Untersuchungshaft wegen Mordversuchs. Die Staatsanwaltschaft erhob dann aber überraschend Anklage wegen absichtlich schwerer Körperverletzung. Die Angeklagte und das Opfer behaupteten, zum Messerstich sei es während ihres Gerangels gekommen. Im gerichtsmedizinischen Gutachten wurde aber ein wuchtiger Messerstich festgestellt. Demnach bestand keine konkrete Lebensgefahr. Der Schwerverletzte wurde sofort im Landeskrankenhaus Feldkirch operiert und ist inzwischen wieder wohlauf.
Ihr Freund habe ihr verziehen, sie seien weiterhin Lebensgefährten, gab die Angeklagte vor Gericht zu Protokoll. Der 40-jährige Deutsche erhält auf eigenen Wunsch das Tatmesser zurück, das in seinem Eigentum steht.

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