Lokal

Mord in Lustenau: Verdächtiger spricht

10.08.2022 • 13:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der 25-jährige Verdächtige bricht sein Schweigen zu dem Mord in Lustenau. <span class="copyright">hartinger</span>
Der 25-jährige Verdächtige bricht sein Schweigen zu dem Mord in Lustenau. hartinger

Inhaftierter 25-Jähriger machte erstmals Angaben, bestreitet aber, 30-Jährige erwürgt zu haben.

Im Lustenauer Mordverfahren hat der Tatverdächtige inzwischen sein Schweigen gebrochen. „Der inhaftierte Beschuldigte spricht jetzt“, sagte am Mittwoch auf NEUE-Anfrage Karin Dragosits. Die stellvertretende Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft Feldkirch fügte aber hinzu, der Beschuldigte sei „nicht geständig“. Der 25-Jährige bestreite, Anfang März in Lustenau eine 30-jährige Frau getötet zu haben. Monatelang hatte der Untersuchungshäftling von seinem Recht Gebrauch gemacht, als Beschuldigter keine Angaben zu machen, weder vor der Polizei noch vor dem Haftrichter. Über den Inhalt seiner nunmehrigen Aussagen machte Behördensprecherin Dragosits am Mittwoch keine Angaben. Sie verwies dazu auf das anhängige Ermittlungsverfahren, in dem noch keine Anklage erhoben worden sei.

Störung der Totenruhe

Im Mai wurde der zweite Beschuldigte aus der Untersuchungshaft in die Freiheit entlassen. Denn das Oberlandesgericht Innsbruck gab seiner Haftbeschwerde statt. Demnach liegt kein dringender Tatverdacht mehr gegen den 19-Jährigen vor. Der von Sanjay Doshi verteidigte Lustenauer wurde zunächst als Beitragstäter zum Mord verdächtigt. Ihm wird weiterhin das Delikt der Störung der Totenruhe vorgeworfen. Demnach soll er dabei geholfen haben, die tote Frau von seiner Wohnung in sein Auto zu bringen. Der junge Erwachsene bestreitet, daran mitgewirkt zu haben, dass die Leiche in einem Entwässerungsgraben im Lustenauer Ried abgelegt wurde. Dort wurde sie im März gefunden.
Der 19-Jährige stellt auch seine Mitwirkung an der Ermordung der 30-Jährigen in Abrede. Er belastet den 25-Jährigen als Täter: Sein Bekannter habe in seiner Wohnung die Frau erwürgt und deren Leiche später im Ried abgelegt. Er selbst sei derart geschockt gewesen, dass er beim gewalttätigen Vorgehen des 25-Jährigen nicht eingreifen habe können, gab der 19-Jährige zu Protokoll. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.