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Unmündiges Mädchen sollte Video liefern

11.08.2022 • 13:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Symbolbild/Hartinger

16-Jähriger forderte 13-Jährige vergeblich dazu auf, ihm Video von sexuellen Handlungen zwischen ihr und ihrer Schwester zu schicken.

Im Internet lernte der damalige Schüler aus Vorarlberg im Februar eine Salzburger Schülerin kennen. Sie schrieben und telefonierten miteinander, begegneten sich aber nie persönlich. Der 16-Jährige wurde nach den gerichtlichen Feststellungen immer aufdringlicher. Demnach forderte er die 13-Jährige vergeblich dazu auf, sie solle Geschlechtsverkehr mit ihrer Schwester haben und das filmen. Das Video solle sie ihm dann schicken.

Dazu erfolgte am Donnerstag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch ein Schuldspruch wegen versuchter Anstiftung zur pornografischen Darstellung Minderjähriger. Hinzu kam das Vergehen der pornografischen Darstellung Minderjähriger. Weil er auf seinem Smartphone ein verbotenes Bild mit Kinderpornografe hatte.

Ferialpraktikant

Dafür wurde der unbescholtene Ferialpraktikant zu einer Geldstrafe von 800 Euro (200 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 400 Euro. Freigesprochen wurde der Afghane vom zweiten angeklagen Kinderpornofoto. Weil für Richterin Sabrina Tagwercher nicht klar war, dass die abgebildete junge Frau, die sich selbst befriedigte, noch minderjährig war.

Das Urteil, das der Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig. Denn die Staatsanwältin nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre für den Jugendlichen eineinhalb Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht drei Monaten Haft.

Abgebrochen

Der Angeklagte sagte vor Gericht, es sei möglich, dass er die 13-Jährige zur Aufnahme des Videos aufgefordert habe. Nach seiner Aufforderung habe sie den Kontakt abgebrochen, gab die unmündige Jugendliche vor der Polizei zu Protokoll. Sie habe ihm geschrieben, er sei pervers. Weil die sogenannte Alterstoleranzklausel zur Anwendung gelangte, erfolgte keine Anklage wegen versuchten schweren sexuellen Missbrauchs Unmündiger, mit einem Strafrahmen von bis zu fünf Jahren Haft für Jugendliche: Denn das Opfer war schon 13 und der Täter nicht älter als 16.

Der Angeklagte behauptete erfolglos, vom Bild mit der Kinderpornographie habe er nichts gewusst. Ein Mitschüler habe das Bild wohl während des Schulunterrichts auf sein Smartphone heruntergeladen. Die Polizei stellte aber fest, dass der Download des verbotenen Fotos an einem Tag um 23.30 Uhr erfolgt ist.

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