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7000 Euro für Hilfslieferungen in die Ukraine

25.08.2022 • 18:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In Lemberg ist die Lage im Vergleich zu anderen Regionen noch ruhig. Die Stadt ist ein Zufluchtsort für Schutzsuchende aus anderen Regionen. <span class="copyright">Ap/Goldman</span>
In Lemberg ist die Lage im Vergleich zu anderen Regionen noch ruhig. Die Stadt ist ein Zufluchtsort für Schutzsuchende aus anderen Regionen. Ap/Goldman

Ex-Handballprofi Andriy Kuzo hat Spenden für die Menschen in der Ukraine gesammelt. Er ist besorgt darüber, dass der Krieg in Vergessenheit geraten könnte.

Vor fast genau sechs Monaten hatte Russland die Ukraine angegriffen. Seither tobt ein erbitterter Kampf um das Land im Osten Europas, das nur einige hundert Kilometer entfernt von Österreich liegt. Der frühere Handballprofi Andriy Kuzo, der mittlerweile in Vorarlberg heimisch geworden ist, verfolgt die Vorgänge in seiner ukrainischen Heimat jedoch nach wie vor genau. Denn er hat immer noch Familie in seiner Geburtsstadt Lemberg (Lviv), obwohl einige Verwandte mittlerweile schon nach Österreich gekommen sind. Kuzos Brüder sind jedoch beispielsweise immer noch in der Ukraine, denn Männer im kampffähigen Alter dürfen das Land nicht verlassen.

Kuzo, der in Hard das Café am Dorfbach betreibt, hat sich gleich nach Ausbruch des Krieges Gedanken gemacht, wie er den Menschen in seiner alten Heimat helfen kann. Mit Unterstützung des „Wirtschaftsforum der Führungskräfte“ (WdF) hat er eine Spendenaktion gestartet. 7000 Euro sind dabei bis Mitte April zusammengekommen. Die finanziellen Mittel hat der gebürtige Ukrainer, der mittlerweile die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, genutzt, um dringend benötigte Güter für die Menschen in seiner ehemaligen Heimat zu besorgen. Verbandsmaterial, Hygieneartikel und Nahrungsmittel wurden in die Ukraine gebracht. Mit dem seither noch dazugekommenen Geld wird eine weitere Hilfslieferung organisiert.

Andriy Kuzo ist mittlerweile in Vorarlberg heimisch geworden. <span class="copyright">Hartinger</span>
Andriy Kuzo ist mittlerweile in Vorarlberg heimisch geworden. Hartinger

Ein Bedürfnis gewesen

Der Zuspruch für die Spendenaktion hat WdF-Landesgeschäftsführer Michael Defranceschi gefreut. Immerhin sei eine „beträchtliche Summe“ zusammengekommen. Die Unterstützung sei den WdF-Verantwortlichen ein Bedürfnis gewesen. Denn Leadership heiße auch, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und sich zu positionieren, betont der Unternehmensberater.

Zufluchtsort

Kuzo berichtet, dass die Lage in Lemberg immer noch ruhiger als in den umkämpften Teilen des Landes. Doch die Stadt sei auch zu einer Zuflucht für viele Menschen geworden, welche ihre Heimatorte verlassen mussten. Um auf dem Laufenden zu bleiben, nutzt der ehemalige Handballprofi das Internet. Dort verfolgt er nicht nur Nachrichten aus der Ukraine, sondern er informiert sich auch darüber, was in russischen Medien über den Krieg verbreitet wird.
Wie sich die Situation weiter entwickeln werde, lasse sich nur schwer sagen, meint Kuzo. Eine Kompromisslösung auf dem Verhandlungsweg kann er sich derzeit nur schwer vorstellen. Mit Besorgnis sieht er auch das Interesse in Europa an dem Krieg. Denn dieses habe stark nachgelassen, und es bestehe die Gefahr, dass der Konflikt „vergessen“ und einfach als Normalität hingenommen werde.

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