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Hilfsbereiten Mann um 127.000 Euro betrogen

30.08.2022 • 17:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Symbolbild/Hartinger

Angeklagte Prostituierte täuschte vor, Geld für Behandlung ihrer Krankheit zu benötigen. Unbescholtene 43-Jährige kam mit Geldstrafe und bedingter Haftstrafe davon.

Die geständige Angeklagte hat dem hilfsbereiten Mann zwischen 2017 und Februar 2022 in zahlreichen Teilbeträgen 127.000 Euro betrügerisch herausgelockt. Zudem hat die 43-Jährige nach den gerichtlichen Feststellungen im Februar 2002 versucht, dem 53-Jährigen weitere 50.000 Euro abzunehmen. Die Prostituierte hat vorgetäuscht, schwer erkrankt zu sein und das Geld für medizinische Behandlungen und Krankenhauskosten zu benötigen.

Wegen gewerbsmäßig schweren Betrugs wurde die unbescholtene 43-Jährige am Dienstag in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von 14 Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1600 Euro (400 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt.

Entspricht 20 Monaten Haft

Das milde Urteil, mit dem die von German Bertsch verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Heinz Rusch einverstanden waren, ist rechtskräftig. Der Strafrahmen belief sich auf sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht 20 Monaten Haft. Als Teilschadenersatz hat die Unterländerin dem Betrugsopfer 92.000 Euro zurückzuzahlen. Sollte sie das nicht tun, hätte sie der Republik Österreich als sogenannten Verfallsbetrag die gesamten betrügerisch herausgelockten 127.000 Euro zukommen zu lassen.

Der betrogene Zeuge sagte vor Gericht, er habe der ihm seit 2013 bekannten Frau vertraut und geglaubt, dass sie Geld für die Behandlung ihrer Krankheit brauche. Rückzahlungen seien nicht vereinbart worden. Zumal er über ihre schlechte finanzielle Lage informiert gewesen sei. Die Angeklagte gab an, sie sei von einem Bekannten unter Druck gesetzt worden und bedroht worden. Sie habe ihm einen Teil der betrügerisch erlangten Gelder überlassen müssen. Sie habe Angst gehabt, dass er sonst ihr und ihrer Tochter etwas antun könnte.

Ermittlungsverfahren

Die Österreicherin südosteuropäischer Abstammung behauptete sogar, der Mann aus dem Bezirk Bludenz habe ihr sexuelle Gewalt angetan. Staatsanwalt Rusch kündigte daraufhin während der Gerichtsverhandlung an, ein Ermittlungsverfahren gegen den Oberländer einzuleiten, wegen Erpressung und Vergewaltigung.

Manche Überweisungen des Betrugsopfers erfolgten auf das Konto eines anderen Bekannten der Angeklagten. Dazu sagte sie, sie habe sich in einem Insolvenzverfahren befunden. Deshalb habe sie damals Überweisungen auf ihr Konto vermieden. 

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