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Lehrersuche bleibt Herausforderung

31.08.2022 • 19:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In Volksschulen fehlen noch sieben klassenführende Lehrer. <span class="copyright">Hartinger</span>
In Volksschulen fehlen noch sieben klassenführende Lehrer. Hartinger

Beim Bildungsgipfel im Landhaus wurde gestern neben dem Umgang mit der Pandemie auch die herausfordernde Suche nach neuem Lehrpersonal thematisiert.

Im Rahmen eines Vorarlberger Bildungsgipfels trafen sich gestern Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink und Landesrätin Martina Rüscher mit den Zuständigen aus den Bereichen Elementarpädagogik und Schule sowie Gesundheit, um Eckpunkte und Maßnahmen für das neue Schul- und Betreuungsjahr zu besprechen. Thema war dabei insbesondere der Umgang mit der Pandemie. Als größte Herausforderung im Bildungsbereich bezeichnete Schöbi-Fink jedoch die Personalsuche.

Lehrer fehlen

Genaue Zahlen, wie viele Lehrpersonen für das Schuljahr 2022/23 in Vorarlberg noch fehlen, wollte die Landesstatthalterin diese Woche noch keine nennen. Die Personalsuche sei ein dynamischer Prozess. Tatsache sei, dass bei insgesamt rund 6700 Lehrern im Land derzeit an den Volksschulen noch sieben klassenführende Lehrer fehlen. Bei den anderen unbesetzten Stellen handle es sich um Fachlehrer für den Mittel- und Oberschulbereich, die auch mit Quereinsteigern besetzt werden können. Hier gebe es täglich neue Entwicklungen, die Bildungsdirektion sei mit Hochdruck an der Sache dran. Schöbi-Fink zeigte sich zwar vorsichtig zuversichtlich, sie betonte aber auch, die Situation nicht schönreden zu wollen.

Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink. <span class="copyright">Hartinger</span>
Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink. Hartinger

Für alle dieselben Regeln

Im Umgang mit der Coronapandemie verwies Schöbi-Fink auf den im Juli von der Bundesregierung beschlossenen Variantenmanagementplan. Darin sind angepasste Strategie-Maßnahmen für verschiedene Szenarien dargestellt, um je nach Entwicklung des Infektionsgeschehens in allen Bereichen möglichst einheitlich zu agieren. Wann welches Szenario gilt, entscheiden die GECKO und Gesundheitsminister Johannes Rauch in Abstimmung mit Bildungsminister Martin Polaschek. Generell sollen im kommenden Schuljahr grundsätzlich für alle Bildungseinrichtungen dieselben Regeln gelten. Betreuungs- und Lehrpersonen sowie Schüler ab der fünften Schulstufe, die coronapositiv, aber symptomlos sind, dürfen mit Maske weiter in die Bildungseinrichtungen. Wer Symptome hat, solle wie bei anderen Krankheiten zuhause bleiben, bis er wieder gesund ist. Für positiv getestete Kinder in elementarpädagogischen Einrichtungen und in der Primarstufe gilt hingegen ein Betretungsverbot.

In den ersten drei Schultagen wird an den Schulen eine freiwillige Antigen-Testung angeboten. An die Eltern wird zusätzlich appelliert, ihre Kinder getestet ins neue Schuljahr zu schicken. Ziel ist es laut Schöbi-Fink grundsätzlich, flächendeckende Schulschließungen zu verhindern. Monatlich würden zudem fünf PCR-Gurgeltestungen und fünf Antigentests pro Person zur Verfügung stehen. Es bestehe aber keine Pflicht, sich zu testen, stellt Rüscher klar. Die geplanten Maßnahmen seien von den Teilnehmern des Gipfels gut aufgenommen worden. Auch die Landesstadthalterin zeigt sich erfreut: „Damit kommen wir mit diesem Schul- und Betreuungsjahr ein ganzes Stück weiter auf dem Weg hin zur Normalität.“

Neos-Klubobfrau, Sabine Scheffknecht. <span class="copyright">hartinger</span>
Neos-Klubobfrau, Sabine Scheffknecht. hartinger

Kritik von Neos

Kritik gibt es derweil allerdings von Neos-Klubobfrau Sabine Scheffknecht Sie kritisiert, dass der Bildungsgipfel aufgrund des mangelnden Lehrpersonals bereits im Frühling hätte stattfinden müssen. Jetzt sei es zu spät. Solange die Rahmenbedingungen nicht attraktiver und zeitgemäßer gestaltet werden würden, werde man das Personalproblem nicht in den Griff kriegen. Als Grund nennt sie die fehlenden Arbeitsmittel oder den teilweise fehlenden Versicherungsschutz im Sommer. Die Leidtragenden seien schlussendlich die Schüler.Bereits 2019 hätten die Neos auf den Lehrermangel hingewiesen. Der Antrag diesbezüglich sei mehrheitlich angenommen worden, verbessert hätte sich die Situation seither jedoch nicht.

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