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Mädchen vergewaltigt: Haft für Jugendlichen

01.09.2022 • 16:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Symbolbild/Hartinger

18 Monate teilbedingte Haft für 17-Jährigen. Vorbestrafter hatte verbotenerweise Geschlechtsverkehr mit 13-Jähriger, davon einmal mit Gewalt. Zudem missbrauchte er eine Elfjährige.

Wegen des Verbrechens der Vergewaltigung, der Verbrechen des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und des Verbrechens des sexuellen Missbrauchs von Unmündigen wurde der mit zwei Vorstrafen belastete 17-jährige am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil sechs Monaten. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richterin Sabrina Tagwercher ist rechtskräftig. Der Strafrahmen für den Jugendlichen belief sich auf null bis fünf Jahre Haft.

Der Untersuchungshäftling wurde am Mittwoch unmittelbar nach der Verhandlung aus dem Gefängnis auf Bewährung in die Freiheit entlassen. Er hat Bewährungshilfe in Anspruch zu nehmen.

Hälfte der Strafe abgesessen

Der im Unterland lebende Südosteuropäer wurde am 18. Mai verhaftet. Er hat damit bereits mehr als die Hälfte der zu verbüßenden Haftstrafe in der Justizanstalt Feldkirch abgesessen. Der Jugendliche kam in den Genuss der sogenannten Hälfteentlassung.

Nach Überzeugung des Schöffensenats hat der damals 16-jährige Angeklagte am 13. Mai  im Bezirk Dornbirn im Freien ein 13-jähriges Mädchen vergewaltigt. Demnach hat er der Unmündigen den Fluchtweg mit einer Tonne versperrt und sie danach mit Gewalt zum Geschlechtsverkehr gezwungen.

Zuvor ist es nach Ansicht der Richter zwischen Dezember 2021 und April 2022 fünf Mal zu einvernehmlichem Geschlechtsverkehr zwischen dem 16-Jährigen und der 13-Jährigen gekommen. Weil das Mädchen noch nicht 14 Jahre alt und damit unmündig war, wurden diese sexuellen Handlungen als schwerer sexueller Missbrauch von Unmündigen gewertet.

Zudem hat der Jugendliche nach den gerichtlichen Feststellungen zwischen April und Mai ein elfjähriges Mädchen im bekleideten Intimbereich berührt. Dazu erfolgte der  Schuldspruch wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen.
Als Teilschmerzengeld hat der Verurteilte der 13-Jährigen 2500 Euro zu bezahlen und der Elfjährigen 500 Euro. Die Richter hielten die belastenden Angaben der beiden Mädchen für glaubwürdig. Die Unmündigen hätten dem Angeklagten ihr Alter mitgeteilt, sagte Richterin Sabrina Tagwercher in ihrer Urteilsbegründung.

Freispruch beantragt

Der Angeklagte sei teilweise geständig gewesen. So habe er mehrmaligen einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit der 13-Jährigen zugegeben und Berührungen der Elfjährigen im bekleideten Intimbereich. Der Verteidiger beantragte dennoch einen Freispruch

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