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Welche Volksschulen geschlossen bleiben

06.09.2022 • 16:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Kurz vor Schulbeginn fehlen noch Lehrpersonen. <span class="copyright">Apa/Wolfraum</span>
Kurz vor Schulbeginn fehlen noch Lehrpersonen. Apa/Wolfraum

Insgesamt sind 14 Stellen an Pflicht- und höheren Schulen noch unbesetzt. Zwei Kleinschulen werden vorübergehend geschlossen.

Vergangene Woche waren an den Vorarlberger Pflichtschulen noch 28 Stellen unbesetzt, gestern – nur wenige Tage vor Schulbeginn – waren es acht. Auch wenn diese Entwicklung an sich positiv ist: Acht unbesetzte Stellen sind immer noch acht zu viel. Besonders bekommen das nun zwei Kleingemeinden zu spüren: In Partenen und Wald am Arlberg konnten keine Lehrpersonen für die Volksschule gefunden werden. Die beiden Schulen bleiben vorerst geschlossen. Die 15 Schüler von Partenen müssen ab kommender Woche in die Volksschule Gaschurn, die zwölf Schüler von Wald am Arl­berg nach Dalaas. Die Eltern seien bereits am Schulschluss informiert worden, dass dieser Fall eintreten könnte.

Beim gestrigen Pressefoyer betonten sowohl Landesstatthalterin und Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink als auch Bildungsdirektorin Evelyn Marte-Stefani, dass die Schließungen vorübergehend seien. Man hoffe, dass die beiden Schulen in einem oder zwei Jahren wieder geöffnet werden können. „Wir werden in unseren Anstrengungen nach mehr Lehrpersonen nicht nachlassen“, so Schöbi-Fink.

Landesrätin Barbara Schöbi-Fink und Bildungsdirektorin Evelyn Marte-Stefani. <span class="copyright">Land Vorarlberg/A. Hagen</span>
Landesrätin Barbara Schöbi-Fink und Bildungsdirektorin Evelyn Marte-Stefani. Land Vorarlberg/A. Hagen

Ein wichtiger Faktor bei der Lehrersuche sei die Recruiting-Stelle, die am 1. März eingerichtet worden ist. Sie zeige Wirkung, so Schöbi-Fink. Während es zwar auch Bundesländer ohne Lehrermangel gibt – Burgenland zum Beispiel – sind die meisten Bundesländer noch auf der Suche nach Lehrenden. „Dort fehlt mehr Lehrpersonal als bei uns. Und das, obwohl wir mit der Grenzregion eine außergewöhnliche Situation haben“, sagte Schöbi-Fink. Die Vorarlberger Lehrer, die außerhalb des Landes unterrichten, würden vor allem in Liechtenstein und der Schweiz arbeiten.

Aus anderen Bundesländern

Für das neue Schuljahr, das am Montag startet, konnte das Land mehr Quereinsteiger und Lehrpersonen aus anderen Bundesländern und dem süddeutschen Raum rekrutieren als im Vorjahr. Während es im vergangenen Schuljahr 303 Neulehrer bzw. Wiedereinsteiger (etwa Pensionisten) gab, sind es heuer 373. 52 davon kommen aus anderen Bundesländern (vor allem Burgenland, Steiermark, Kärnten). Gesucht wurde auch in Städten mit überdurchschnittlich vielen Akademikern, die über fachverwandte Studien als Quereinsteiger an den Schulen arbeiten können. Für das heurige Schuljahr wurden schließlich 115 Quereinsteiger rekrutiert. Manche Direktoren kritisieren deren Beschäftigung. Schöbi-Fink darauf: „Mir wären genügend ausgebildete Lehrer auch lieber. Es ist aber besser, Quereinsteiger als gar keine Lehrer zu haben.“

In Vorarlberg gibt es heuer 5370 Erstklässler. Im Bild Schulanfänger in Wien, wo die Schule bereits am vergangenen Montag begonnen hat. <span class="copyright">apa/Schlager</span>
In Vorarlberg gibt es heuer 5370 Erstklässler. Im Bild Schulanfänger in Wien, wo die Schule bereits am vergangenen Montag begonnen hat. apa/Schlager

Die offenen acht Stellen an Pflichtschulen betreffen an den Mittelschulen vor allem die Fächer Deutsch, technisches Werken und Physik, an den Volksschulen den klassenführenden Bereich. An den höheren Schulen, wo noch sechs Stellen unbesetzt sind, sind vor allem technische Fächer und Informatik betroffen.

Schulinterne Lösungen

Bildungsdirektorin Marte-Stefani sagte, die Personalabteilung der Bildungsdirektion bemühe sich sehr, alle Stunden bis zum Schulbeginn abdecken zu können. Es gebe intensive Gespräche mit den Schulstandorten über interne Lösungen, zum Beispiel der Aufstockung von Teilbeschäftigungen oder Klassenführung durch zwei Teilzeitkräfte. Im Herbst liege der Fokus der neuen Recruiting-Stelle vor allem auf Besuchen in Maturaklassen, um für ein Lehramtsstudium zu werben.

Zur Verbesserung der Situation erneuerte Schöbi-Fink ihre Forderung an den Bund, die Studienstruktur für das Lehramt an der Primarstufe zu ändern. Der Bachelor sollte nach drei Jahren erworben werden können, der Master in einem berufsbegleitenden zweijährigen Studium.

Corona-maßnahmen

In Vorarlberg starten kommende Woche 54.592 Kinder und Jugendliche an 288 Schulen ins neue Schuljahr. Landesrätin Barbara Schöbi-Fink bittet darum, dass die Schüler am ersten Schultag getestet in die Schule kommen. Ab dem neuen Schuljahr gelten an den Schulen keine Masken- und keine Testpflicht. Positiv getestete, aber symptomfreie Lehrer und Schüler dürfen in die Schule (Ausnahme Volksschule), sie müssen aber eine FFP2-Maske tragen. Bei einer Verschärfung der pandemischen Situation können die Regelungen jederzeit angepasst werden.

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