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61 Kilo Marihuana: 2,5 Jahre Gefängnis

15.09.2022 • 15:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Marihuana wurde in Kellern angebaut. Die Häuser wurden extra dafür angemietet.<span class="copyright">Themenbild Apa/Fohringer</span>
Das Marihuana wurde in Kellern angebaut. Die Häuser wurden extra dafür angemietet.Themenbild Apa/Fohringer

Unbescholtener 33-Jähriger half für großzügige Entlohnung beim Ernten von professionell angebautem Cannabis.

Wohl noch nie zuvor in Vorarlberg wurden Drogen derart professionell und im großen Stil erzeugt und dann verkauft. Zwischen Juni 2018 und Juni 2020 hat eine Vorarlberger Bande nach Ansicht der Richter in Kellern von eigens dafür angemieteten Häusern 152 Kilogramm Marihuana im Straßenverkaufswert von 1,5 Millionen Euro produziert. Davon wurden demnach 147 Kilo verkauft. Dafür wurden die beiden unbescholtenen und geständigen Anführer der Gruppierung im Vorjahr rechtskräftig zu Haftstrafen von neun und achteinhalb Jahren verurteilt.

Hat auch konsumiert

Zu den großzügig bezahlten Helfern bei den Drogenernten zählte auch ein 33-Jähriger aus dem Bezirk Dornbirn. Der Österreicher türkischer Abstammung gab zu, an der Erzeugung von 61 Kilogramm Marihuana sowie am versuchten Abernten von weiteren sechs Kilo beteiligt gewesen zu sein. Zudem hat er nach eigenen Angaben Kokain und Marihuana konsumiert.
Wegen Suchtgifthandels wurde der unbescholtene Arbeiter am Donnerstag in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Denn der Angeklagte und die Staatsanwältin nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.
Über zwei andere Drogenhelferinnen der Bande habe das Oberlandesgericht Innsbruck ebenfalls rechtskräftig jeweils eine zweieinhalbjährige Haftstrafe verhängt, sagte Richterin Magdalena Rafolt als Vorsitzende des Schöffensenats. Die früheren Verfahren gegen die zwei jungen Frauen seien mit dem jetzigen gegen den Angeklagten vergleichbar.

Hat sich abgesetzt

Der 33-jährige Angeklagte sagte, er habe pro Ernte 2000 Euro erhalten, insgesamt 6000 Euro. Diesen Betrag hat er als sogenannten Verfallsbetrag für die kriminelle Bereicherung der Republik Österreich zu bezahlen. Der Angeklagte setzte sich zwei Jahre lang in die Türkei ab. Deshalb konnte gegen den Rückkehrer erst jetzt verhandelt werden.

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