Lokal

Mord: Haftstrafe um fünf Jahre angehoben

15.09.2022 • 15:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wegen des brutalen Vorgehens wurde die Haftstrafe vom Oberlandesgericht Innsbruck jetzt angehoben.<span class="copyright"> Symbolbild Apa/Fohringer</span>
Wegen des brutalen Vorgehens wurde die Haftstrafe vom Oberlandesgericht Innsbruck jetzt angehoben. Symbolbild Apa/Fohringer

Mann (60) erwürgte im Vorjahr in Bürs Lebensgefährtin (47). Gefängnisstrafe jetzt von 11 auf 16 Jahre erhöht.

Welche Strafe ist angemessen für jemanden, der seine Lebensgefährtin in einer sadomasochistischen Fernbeziehung mit wechselseitigen Kränkungen im Streit mehrere Minuten lang gewürgt und so ermordet hat? Die zwei zuständigen Strafgerichte waren dazu unterschiedlicher Ansicht.
In erster Instanz wurde der unbescholtene Angeklagte am 4. Juli in einem Geschworenenprozess am Landesgericht Feldkirch zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch hielt die wegen Mordes verhängte Sanktion für zu milde und erhob Berufung wegen zu geringer Strafe. Das Innsbrucker Oberlandesgericht Innsbruck schloss sich der Ansicht der Anklagebehörde und gab der Strafberufung der Staatsanwaltschaft statt. In der Berufungsverhandlung am Donnerstag wurde die Freiheitsstrafe gleich um fünf Jahre angehoben und mit 16 Jahren rechtskräftig festgesetzt. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Klaus-Dieter Gosch mit.

Brutales Vorgehen

Der Strafrahmen für Mord beträgt zehn bis 20 Jahre oder lebenslängliche Haft. Die vom Landesgericht festgelegte Freiheitsstrafe lag mit elf Jahren nur ein Jahr über der Mindeststrafe. Das Oberlandesgericht hob die Sanktion angesichts des brutalen Vorgehens des Angeklagten, der seine Partnerin minutenlang würgte, deutlich an.
Der 60-jährige Arbeitslose hat am 26. Oktober 2021 in seiner Wohnung in Bürs seine 47-jährige Freundin so gewürgt, dass sie bereits klinisch tot war. Die Frau konnte von Rettungskräften reanimiert werden, starb aber zwei Tage später.

Reumütig geständig

Die Strafbemessung im unteren Bereich des Strafrahmens wurde vom Landesgericht mit mehreren Milderungsgründen erklärt. Der Angeklagte sei unbescholten und reumütig geständig und zur Tatzeit wegen eines Burnouts eingeschränkt zurechnungsfähig gewesen. Zudem sei er durch das Opfer, das ihn zum Verlassen der Wohnung aufgefordert und die Wohnungstür beim heftigen Zuschlagen beschädigt habe, provoziert worden.
Der Verteidiger meinte, die vorsätzliche Tötung sei nicht als Mord zu werten, sondern nur als Totschlag. Weil sich sein Mandant in einer allgemein begreiflichen heftigen Gemütsbewegung zu der Tat hinreißen lassen habe. Nur einer der acht Geschworenen teilte die Rechtsansicht des Anwalts. Der Untersuchungshäftling verzichtete auf eine Nichtigkeitsbeschwerde beim Obersten Gerichtshof in Wien. Damit wurde der Schuldspruch wegen Mordes schon im Juli rechtskräftig.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.