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Croupier abgelenkt und Kugel platziert: Haft

21.09.2022 • 21:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Rouletteräder wurden unter anderem mit Magneten manipuliert. <span class="copyright">reuters</span>
Rouletteräder wurden unter anderem mit Magneten manipuliert. reuters

Georgier war Mitglied einer Bande, die in Casinos 36.000 Euro erbeutete. Auch in Bregenz schlugen die Männer zu.

Der geständige Angeklagte war zwischen 2018 und 2019 als Mitglied einer professionell vorgehenden Bande aus Georgien an Betrügereien beteiligt, bei denen in zwei Spielcasinos an Roulettetischen 36.000 Euro erbeutet wurden.
Das trug dem 65-jährigen Georgier am Mittwoch in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen des Verbrechens des gewerbsmäßig schweren Betrugs ein. Dafür wurde der unbescholtene Untersuchungshäftling zu einer teilbedingten Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt. Davon betrug der unbedingte, zu verbüßende Teil sechs Monate Gefängnis. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Dietmar Nußbaumer, mit dem der Angeklagte und Staatsanwalt Simon Mathis einverstanden waren, ist rechtskräftig. Der Strafrahmen belief sich auf sechs Monate bis fünf Jahre Haft.

In Bregenz zugeschlagen

Der Angeklagte sagte, er habe daran mitgewirkt, dass am 25. Juni 2018 im Bregenzer Spielcasino 6225 Euro betrügerisch erlangt wurden. Ein Mittäter habe an einem Roulettetisch den Croupier abgelenkt. Ein anderer Komplize habe in den Roulettekessel gegriffen und die Kugel dort auf eine Zahl platziert. Auf diese Zahl habe er zuvor Geld gesetzt, gab der Angeklagte zu Protokoll. Die betrügerisch erlangten 6225 Euro hat der Angeklagte zurückzuzahlen.

Magnetplättchen angebracht

Danach habe er selbst im Casino in Luzern den Croupier abgelenkt, so der Georgier. Ein Mittäter habe währenddessen im Roulettekessel Magnetplättchen in den gewünschten Zahlenfeldern angebracht. So gewann die Bande mit unlauteren Mitteln in der Schweiz 31.000 Franken. Die Mittäter wurden daraufhin aber in der Schweiz festgenommen und später verurteilt. Die Schweizer Beute wurde von der Polizei sichergestellt.

Freispruch

Freigesprochen wurde der von Nicolas Stieger verteidigte Angeklagte im Zweifel von den Vorwürfen, von ihm angestiftete Mittäter, deren Anreise aus Georgien er organisiert habe, hätten in einem Casino in Wien mit manipulierten Spielen 31.000 Euro zu erbeuten versucht. Denn dazu lag keine formelle Einvernahme von Mittätern vor, sondern nur ein polizeilicher Amtsvermerk mit später widerrufenen Angaben von Beschuldigten.

Aus Haft entlassen

Der 65-jährige Georgier befand sich bereits seit Februar in Untersuchungshaft. Die zu verbüßenden sechs Haftmonate hat er schon in der U-Haft abgesessen. Deshalb wurde er am Mittwoch nach der Gerichtsverhandlung aus dem Feldkircher Gefängnis in die Freiheit entlassen.