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Frau erlitt “jahrelanges Martyrium”: 6 Jahre Haft

26.09.2022 • 21:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">hartinger</span>
Prozess am Landesgericht Feldkirch. hartinger

54-Jähriger aus Bosnien hat laut Gericht seine Gattin über Jahre hinweg vergewaltigt, misshandelt und bedroht.

Ein „jahrelanges Martyrium“ habe die Ehefrau des Angeklagten erlitten, sagte Staatsanwältin Julia Berchtold beim Vortrag der Anklage. Davon war auch der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Martin Mitteregger überzeugt. Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der Bosnier seine Gattin zwischen 2015 und 2021 in Österreich im Durchschnitt jeden Monat vergewaltigt und sie wöchentlich misshandelt und bedroht, auch mit dem Umbringen.

Nicht rechtskräftig

Dafür wurde der unbescholtene 54-Jährige am Montagabend am Landesgericht Feldkirch zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Als Teilschmerzengeld hat der Angeklagte seiner anwaltlich von Surena Ettefagh vertretenen Ex-Gattin 10.000 Euro zu bezahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Denn Verteidiger Stefan Harg meldete sofort Nichtigkeitsbeschwerde und Strafberufung an. Staatsanwältin Berchtold nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Strafrahmen belief sich auf zwei bis zehn Jahre Haft.

Mehrere Delikte

Der Schuldspruch erfolgte, was die vom Erstgericht festgestellten Taten gegen die Gattin anbelangte, wegen Vergewaltigung und fortgesetzter Gewaltausübung. Schuldig gesprochen wurde der im Unterland lebende Angeklagte auch wegen Körperverletzung und versuchter Körperverletzung an zwei Töchtern. Demnach soll er eine Tochter geschlagen und dabei verletzt haben und einer anderen Tochter einen Tritt gegen den Bauch versetzt haben.

Tatvorwürfe bestitten

Der Angeklagte bestritt die Tatvorwürfe und beantragte einen Freispruch. Der Arbeiter erklärte die belastenden Angaben seiner Angehörigen vor Gericht so: Seine seit April von ihm geschiedene Frau habe während der Ehe einen anderen Mann kennengelernt und inzwischen geheiratet. Und eine seiner Tochter habe ihn nicht mehr in der Familienwohnung haben wollen. Seine Gattin sei während der Ehe wochenlang verschwunden und habe getan, was ihr gepasst habe.
Der Angeklagte wurde am Landesgericht bereits einmal wegen fortgesetzter Gewaltausübung gegen seine Gattin verurteilt. Das Urteil wurde aber vom Oberlandesgericht Innsbruck aufgehoben. Während des damaligen Verfahrens erhob die Frau auch Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihren Ehemann.
Unmittelbar nach der nunmehrigen Gerichtsverhandlung am Montag wurde der Bosnier auf Antrag der Staatsanwältin wegen Fluchtgefahr festgenommen. Der Schöffensenat verhängte über den Vater von drei erwachsenen Kinder Untersuchungshaft.

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