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Mitschüler (12) erpresst und geschlagen

26.09.2022 • 21:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">Hartinger</span>
Prozess am Landesgericht Feldkirch. Hartinger

Strafe bestand für 14-Jährigen aus Entschuldigung und Wiedergutmachung.

Der 14-Jährige hat im April im Bezirk Bludenz von einem zwölfjährigen Mitschüler zehn Euro erpresst. Danach hat der angeklagte Syrer bis zum Eingreifen einer Lehrerin in der Schule unter Androhung von Schlägen versucht, seinem syrischen Landsmann 20 Euro zu rauben. Und im Mai hat der 14-Jährige den Jüngeren, der die vorigen Vorfälle seiner Mutter berichtet hatte, geschlagen und dabei leicht verletzt.

Diversion

Die Staatsanwaltschaft hat den vor der Polizei noch alle Vorwürfe bestreitenden Jugendlichen wegen Erpressung, versuchten minderschweren Raubes und Körperverletzung angeklagt, mit einer Strafdrohung von bis zu zweieinhalb Jahren Haft für den Fall einer Verurteilung. Im Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch wurde dem geständigen und unbescholtenen Angeklagten mit Zustimmung von Staatsanwältin Konstanze Manhart eine Diversion gewährt. Mit einem Tatausgleich im Verhandlungssaal wurde das Strafverfahren eingestellt.
Der Angeklagte entschuldigte sich während der Gerichtsverhandlung beim zwölfjährigen Zeugen und gab ihm die erpressten zehn Euro zurück. Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Sabrina Tagwercher entschloss sich auch deshalb zu einer diversionellen Erledigung, weil sich die beiden betroffenen syrischen Familien bereits miteinander versöhnt hatten.

Als Mädchen ausgegeben

Zuerst hatte ein 13-jähriger Syrer von seinem zwölfjährigen Mitschüler Geld erpresst. Weil der Täter noch nicht 14 Jahre alt und damit nicht strafmündig war, musste die Staatsanwaltschaft das gegen ihn geführte Strafverfahren einstellen.
Der 13-Jährige hatte sich in einem Internetchat als Mädchen ausgegeben. Der Zwölfjährige verliebte sich in das vermeintliche Mädchen. Der 13-Jährige drohte dann dem jüngeren Opfer damit, den Chat und Fotos zu veröffentlichen. Der angeklagte 14-Jährige erpresste dann den Zwölfjährigen mit denselben Drohungen.

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