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Soko Plutos suchte korrupten Polizisten

19.10.2022 • 16:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Symbolbild/Hartinger

Morgen könnte Urteil im Prozess um Bestechungsgelder für verratene Glücksspielrazzien verkündet werden.

Plutos hieß die 2017 eingerichtete Sonderkommission (Soko) des Landeskriminalamts (LKA) für Begleitkriminalität im Glücksspielmilieu, die auch innerhalb der Polizei ermittelte. Angeklagt wegen Bestechlichkeit und anderer Delikte wurde ein 60-jähriger Oberländer, der als Polizist jahrelang Glücksspielrazzien verraten und sich dafür von zwei ebenfalls angeklagten Feldkircher Lokalbetreibern mit Geld bestechen lassen haben soll.

Berichte von Informanten

Im Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch könnte Richter Theo Rümmele, früher als geplant, schon morgen ein Urteil verkünden. In der Verhandlung am Mittwoch sagte als Zeuge ein Soko-Mitglied aus. Der LKA-Beamte schilderte, wie sich aus seiner Sicht im Laufe der Ermittlungen der Tatverdacht gegen den nunmehr angeklagten Polizisten erhärtet habe. So hätten zwei Informanten aus dem Glücksspielmilieu der Polizei von Geldübergaben für verratene Razzien an den Polizisten und von in einem Glücksspiellokal aufliegenden Fotos von Polizisten berichtet. Belastet worden sei der angeklagte Ex-Polizist auch durch Ergebnisse einer Telefonüberwachung und einen verdeckten Ermittler.
Die Verteidiger Bertram Grass, Daniel Pinzger und Clemens Achammer kritisierten am Mittwoch während der Befragung des LKA-Beamten, die Bestechungsanklage basiere nur auf Vermutungen. Die drei Angeklagten bestreiten die Tatvorwürfe.

Geständig zu einem Vorwurf

Geständig ist der frühere Polizist zum Vorwurf, im Polizeicomputer vorschriftswidrig Abfragen für Beschuldigte vorgenommen zu haben. Für ähnliche und andere Taten wurde der 60-Jährige bereits in mehreren Strafprozessen am Landesgericht rechtskräftig schuldig gesprochen. Ausständig ist in einem Verfahren noch das Urteil des Oberlandesgerichts Innsbruck, das die Strafe festzulegen hat. In erster Instanz wurde der einstige Polizeibeamte bei der Wiederholung eines Verfahrens am Landesgericht zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt.

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