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S‘Fachl in den schwarzen Zahlen angekommen

15.11.2022 • 17:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Geschäftsleiterin Gertraud Gächter im Fachl.<span class="copyright">hartinger</span>
Geschäftsleiterin Gertraud Gächter im Fachl.hartinger

Über 240 kleine Unternehmer mieten an die 300 Fächer im s’Fachl in Dornbirn und verkaufen dort ihre Produkte.

Das als Marktplatz für regionale Produkte tätige Geschäft s’Fachl in Dornbirn hat im Geschäftsjahr 2021 erstmals seit der Gründung vor fünf Jahren bei einem Umsatz von rund 350.000 Euro schwarze Zahlen geschrieben. Das erklärte Fachl-Geschäftsleiterin Gertraud Gächter. Auch für das Geschäftsjahr 2022 erwartet sie, dass das Fachl in die Gewinnzone kommen wird. Der Umsatz dürfte auf mehr als 400.000 Euro steigen, wobei ein kleiner Teil des Wachstums auch auf Preis­erhöhungen zurückzuführen sei.

Das Fachl befindet sich an einem gut frequentierten Ort im Zentrum von Dornbirn. <span class="copyright">wpa</span>
Das Fachl befindet sich an einem gut frequentierten Ort im Zentrum von Dornbirn. wpa

Das Fachl verkauft keine eigenen Produkte. Es bietet vor allem regionalen Kleinst- und Kleinbetrieben aus allen möglichen Branchen eine Geschäftsfläche an einem gut frequentierten Ort im Zentrum von Dornbirn. Hier kann eine Auswahl an Produkten präsentiert und verkauft werden. Die Unternehmer mieten dafür ein Fach für drei, sechs oder zwölf Monate an, wo die unterschiedlichsten Produkte ausgestellt werden. Aktuell mieten rund 240 Mieter an die 300 Fächer. Mit etwa 60 Prozent stamme der Großteil der Anbieter aus Vorarlberg. Die übrigen 40 Prozent entfallen auf die Steiermark, Restösterreich, Deutschland und die Schweiz.

Elf Standorte

Das Geschäftsmodell von s’Fachl beruht auf einem Franchisesystem, dessen Franchisegeber die Wiener Firma novicono GmbH ist. In Österreich gibt es derzeit elf Standorte. Beim Vorarlberg-Standort in Dornbirn tritt als Franchisenehmer die Allmenda Social Business eG auf, eine Genossenschaft mit rund 235 Mitgliedern und Sitz in Dornbirn. Dort ist Gertraud Gächter als stellvertretende Obfrau tätig. Das Fachl finanziert sich durch die Mieteinnahmen für die Fächer und eine zehnprozentige Umsatzbeteiligung an den verkauften Produkten. In Dornbirn werden derzeit vier Mitarbeiter beschäftigt.

Die Lockdowns haben das Bewusstsein für Regionalität bei vielen deutlich verstärkt.

Gertraud Gächter, s‘Fachl-Geschäftsleiterin

Gächter begründet die Entwicklung seit Ende 2019 unter anderem damit, dass sich Allmenda damals dazu entschieden habe, nach mehreren personellen Wechseln unter Teilzeitbeschäftigten eine Vollzeitgeschäftsstellenleiterin zu bestellen. Gleichzeitig habe man viele Märkte besucht und Gespräche mit potenziellen Fachl- Mietern geführt. Auf diese Weise sei die Zahl der vermieteten Fächer beinahe verdoppelt worden.

Lockdowns

Zur positiven Entwicklung beigetragen hätten auch die Lockdowns, so Gächter. „Das hat das Bewusstsein für Regionalität bei vielen deutlich gestärkt.“ Zudem habe man sich auch auf die Verbundenheit und die gegenseitige Unterstützung innerhalb der Genossenschaft verlassen können. Ansonsten wäre so eine Geschäftsentwicklung ausgerechnet im zweiten Corona-Jahr nur schwer zu erzielen gewesen. Denn bis auf Kurzarbeit habe man keine Corona-Förderungen bekommen.

Angesichts der aktuellen Wirtschaftsprognosen will man im Geschäftsjahr 2023 das heurige Umsatzniveau halten. „Das hängt stark vom Einkaufsverhalten des Mittelstandes ab. Denn der Mittelstand ist unsere zentrale Zielgruppe“, so Gächter. Bislang gebe es jedoch keine Anzeichen für eine Veränderung.

Günther Bitschnau / wpa

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