Lokal

An Erzeugung von Wellenenergie beteiligt

17.11.2022 • 17:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das System von CalWave, mit dem Energie gewonnen werden soll, vor dem Abtauchen.  <span class="copyright">CalWave Power Technologies</span>
Das System von CalWave, mit dem Energie gewonnen werden soll, vor dem Abtauchen. CalWave Power Technologies

In den USA wird Energie aus Wellen gewonnen. Eine Vorarlberger Firma liefert dazu Hard- und Software-Komponenten.

Bachmann electronic wird vor allem mit Windkraft in Verbindung gebracht. Allerdings hat das Unternehmen ein recht breites Portfolio aufgebaut, wo die Steuerungs- und Überwachungssysteme zum Einsatz kommen.

Strom durch Wellenenergie

Ein aktuelles Beispiel dafür ist ein Pilotprojekt des Unternehmens CalWave Power Technologies Inc. im US-Bundesstaat Kalifornien. CalWave beschäftigt sich mit der Produktion von Strom durch Wellenenergie auf dem Meer. Bei dem von CalWave entwickelten System „xWave“ kamen unter anderem Hard- und Software-Komponenten von Bachmann electronic zum Einsatz.

Bernhard Zangerl, der CEO von Bachmann electronic. <span class="copyright">Frigesch</span>
Bernhard Zangerl, der CEO von Bachmann electronic. Frigesch

Der am Meeresboden verankerte Wellenenergiekonverter „xWave“ mit 15 Kilowatt Nennleistung kann sich autonom in verschiedene Tiefen absenken, um die jeweilige Wellenenergie optimal zu nutzen. Da das System vollständig unter Wasser arbeitet, werden Beschädigungen durch Stürme oder andere Wind- und Wetter-Ereignisse verhindert. Im September 2021 startete der Feldversuch 500 Meter vor der Küste San Diegos. Nach zehn Monaten wurde der Pilotversuch erfolgreich beendet, heißt es bei CalWave. Jetzt soll eine 100-Kilowatt-Anlage gebaut werden, die auf dem offenen Meer in den USA über vorinstallierte Kabel rund 20 Megawatt Leistung in das lokale Netz auf dem Festland einspeisen soll.

Energiepotenzial gigantisch

Bachmann-electronic-CEO Bern­hard Zangerl erklärte, dass das Unternehmen seit Jahren bewusst auch an solchen Pilotprojekten teilnehme, da das weltweite Energiepotenzial aus Wellenenergie gigantisch sei. Es gebe US-Untersuchungen, wonach eine einzige Welle, die auf einer Meile an der Küste breche, eine Leistung von 35.000 PS freisetze. „Diese Systeme sind momentan zwar noch nicht wirtschaftlich zu betreiben. Aber zumindest technologisch ist das in absehbarer Zeit lösbar, wie das Projekt von CalWave zeigt.“ Bachmann wolle sich bei den Themen Energieerzeugung, -nutzung und -einsparung möglichst breit aufstellen und frühzeitig mit an Bord sein, weil dabei auch der Lerneffekt sehr groß sei. „Wenn solche Projekte zukünftig marktreif und in größerem Stil eingesetzt werden, dann ist Bachmann mit von der Partie.“

Diese Systeme sind momentan zwar noch nicht wirtschaftlich zu betreiben. Aber zumindest technologisch ist das in absehbarer Zeit lösbar, wie das Projekt von CalWave zeigt.

Bernhard Zangerl, CEO von Bachmann electronic

Es sei wie ein strategisches Investment zu sehen, da Bachmann aufgrund der hier noch geringen Umsätze in Vorleistung gehen müsse.
Bachmann electronic hat sein Geschäft in die Bereiche „Windkraft“ und „Renewables“ (Erneuerbare) unterteilt. „Renewables“ machen mittlerweile 50 Prozent des Umsatzes aus. Die Steuerungen und vorausschauenden Zustandsüberwachungssysteme kommen dabei unter anderem in Wasserkraftwerken oder Speichersystemen zum Einsatz.

Zweistelliges Wachstum

Ebenfalls in den Bereich „Renewables“ falle die Sparte Maritime Anwendungen. „Dort verzeichnen wir ein zweistelliges Wachstum“, so Zangerl. Dabei gehe es etwa um die Steuerung und den Betrieb von Schiffen oder autonome Fahrsysteme sowie alternative Antriebe. „Mittlerweile kommen wir hier auf Umsätze in zweistelliger Millionen-Höhe.“
Für das Geschäftsjahr 2022 geht Zangerl davon aus, dass Bachmann electronic erstmals seit der Gründung einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro erzielen dürfte. „An den Aufträgen mangelt es nicht. Der Engpass ist eher die Verfügbarkeit der benötigten Teile.“

Günther Bitschnau / wpa

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.