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Ein Blütenstern im Advent

19.11.2022 • 22:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Weihnachtssterne gibt es mittlerweile in verschiedenfarbigen Züchtungen.<span class="copyright">Hartinger</span>
Weihnachtssterne gibt es mittlerweile in verschiedenfarbigen Züchtungen.Hartinger

Der Weihnachtsstern bringt Farbe in den Advent, kann aber mit etwas Geschick auch über den Sommer gebracht werden.

Schon der lateinische Name des Weihnachtssterns (Euphorbia pulcherrima) deutet auf sein glanzvolles Aussehen hin, pulcherrima bedeutet „die Schönste“. Wie viele Schönheiten ist er aber empfindlich und wirft, sehr zum Leidwesen seiner Besitzer, gerne frühzeitig seine Zierblätter ab.

Ungeeignet für beleuchtetes Wohnzimmer

Das liegt einerseits oft an der zu häufigen oder vor allem der zu geringen Wassergabe – der Weihnachtsstern ist hier empfindlich und wird in der kalten Jahreszeit häufig zum Opfer heizungstrockener Raumluft. Andererseits verträgt er auch nicht zu viel Licht. Blüten setzt er nur an, wenn es mindestens zwölf Stunden am Tag dunkel ist. Wer sie also zum Blühen bringen will, sollte sie nicht unbedingt ins Wohnzimmer stellen, wenn dieses am Abend beleuchtet wird. Außerdem erleiden Pflanzen, die bei Minusgraden entladen und in die Geschäfte gebracht werden, Kälteschäden. Die Folge sind hängende Blätter, die rasch abfallen, sobald man den Weihnachtsstern nach Hause trägt.

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“Übersommerbar”

Aber selbst gesunde Pflanzen werfen früher oder später die roten, bei manchen Züchtungen auch weißen oder rosaroten, Hochblätter ab. Danach werden sie für gewöhnlich entsorgt. Dabei könnte der Weihnachtsstern mit etwas Glück auch übersommert werden.
Dazu muss man die, auch als Poinsettie bekannte Staude deutlich zurückschneiden. Im Frühjahr und Frühsommer sollte man sie ordentlich düngen, ab August aber damit wieder aufhören, da sie sonst keine roten oder weißen Hochblätter ausbildet. Bei diesen handelt es sich nicht um Blüten, sondern um Deckblätter. Die tatsächlichen Blütenkelche der Pflanze sind deutlich kleiner und gelblich.

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Südamerikanische Wurzeln

Der Weinachtsstern ist ein aus Südamerika stammendes Wolfsmilchgewächs, das zunächst als Schnittblume in den USA Verbreitung fand. In Europa ist es seit den 1950ern als Zierpflanze bekannt, aber erst Züchtungserfolge in den 1980ern haben zur heutigen Verbreitung geführt.

Der Verzehr der Pflanze erweist sich, wie bei allen Wolfsmilchgewächsen, zumindest schwach giftig. Allerdings sind Geschichten über Todesfälle eher ins Reich der Märchen zu verbannen. Trotzdem war das Aufstellen der Pflanze in manchen US-amerikanischen Kindergärten zeitweise verboten. In den seltensten Fällen hatte der Verzehr von Weihnachtssternblättern aber irgendwelche gesundheitlichen Folgen. Man kann sie also gefahrlos in der Nähe von Kindern und Tieren stehen lassen, auch wenn die Blätter nicht gerade schmackhaft sein dürften.

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