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Winter zeigt Grenzen der Fotovoltaik

22.11.2022 • 20:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die PV-Anlage des Messeparks besteht aus rund 4000 Paneelen. <span class="copyright">messepark</span>
Die PV-Anlage des Messeparks besteht aus rund 4000 Paneelen. messepark

Bis zu 90 Prozent weniger Energieertrag im Winter bei Messepark Dornbirn und Salzmann Formblechtechnik in Hohenems.

Erkennbar werden die jahreszeitlichen Unterschiede bei der Fotovoltaik durch einen Vergleich der Leistungskennzahlen von zwei sehr großen Fotovoltaik-Anlagen im Rheintal. Der wpa stehen diese Messwerte von der bei der Zulassung im Jahr 2019 größten PV-Anlage in Vorarl­berg zur Verfügung, nämlich jener des Messeparks in Dornbirn. Die anderen Werte kommen von von Salzmann Formblechtechnik in Hohenems, bei der nahezu das ganze Dach belegt ist.

Ein Prozent der Leistung

Für die PV-Anlage des Messeparks ist Klaus Brunold zuständig. Er erklärt, dass heuer die ertragreichste Zeit Anfang Juli gewesen sei. Die Tageshöchstleistung am 2. Juli sei bei 7,8 Megawattstunden gelegen. Am 13. November, als eine dicke Nebelschicht das Rheintal bedeckte, sank die Tagesleistung auf 80 Kilowattstunden (kWh), das entspricht gut einem Prozent der Leistung vom 2. Juli. Durchschnittlich geht die Ertragskraft in den Wintermonaten auf etwa 10 bis 15 Prozent im Vergleich zum Sommer zurück.

Burkhard Dünser, Geschäftsführer des Messeparks. <span class="copyright">Messepark</span>
Burkhard Dünser, Geschäftsführer des Messeparks. Messepark


Der Messepark verfügt über keinen mit der PV-Anlage verbundenen Stromspeicher. Das Unternehmen ist Eigenverbraucher des produzierten Stromes. Dass die Anlage im Winter deutlich weniger Strom erzeugt, ist für Messepark-Geschäftsführer Burkhard Dünser kein Problem. „Wir benötigen deutlich mehr Energie zum Kühlen des Gebäudes im Sommer als zum Heizen im Winter, der Kostenfaktor ist dreimal so hoch.“ Ab dauerhaft 15 Grad Celsius Außentemperatur sei das Kühlen notwendig, denn die vielen Menschen und Beleuchtungen würden die Temperatur im Inneren in die Höhe treiben. „Für ein Einkaufszentrum ist eine PV-Anlage eine tolle Sache. Sie liefert dann den meisten Strom, wenn er benötigt wird.“

Rund 30 Prozent

Diese jahreszeitlichen Schwankungen beim Energiebedarf hat das Industrieunternehmen Salzmann Formblechtechnik nicht. Nach Angaben von Geschäftsleitungsmitglied Dirk Czerwinski könne Salzmann über das Jahr gerechnet rund 30 Prozent des benötigten Stroms selbst erzeugen. „Die fehlenden 70 Prozent müssen konstant von woanders herkommen.“ Man sei mit einer Fotovoltaikanlage hierzulande als Industriebetrieb mit Schichtbetrieb „Lichtjahre“ davon entfernt, auch nur ansatzweise Selbstversorger zu werden.
Der Eigenertrag an Strom spare jedoch bares Geld.

Günther Bitschnau / wpa

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