Lokal

Heizwerk könnte viel mehr produzieren

23.11.2022 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Biomasse Werk Frastanz kann künftig noch deutlich mehr Gebäude anschließen.<span class="copyright"> e-werke frastanz</span>
Das Biomasse Werk Frastanz kann künftig noch deutlich mehr Gebäude anschließen. e-werke frastanz

Immer mehr Gebäude an Biomasse-Heizwerk Frastanz angeschlossen, dennoch wird weniger Wärmeenergie abgegeben.

Das 2009 in Betrieb gegangene Biomasse-Heizwerk inklusive Nahwärmenetz in Frastanz hat im Geschäftsjahr 2021 Wärmeenergie im Umfang von 5,2 Millionen Kilowattstunden an seine Abnehmer abgegeben. Das erklärte E-Werke-Frastanz-Geschäftsführer Rainer Hartmann. Die E-Werke Frastanz sind der Errichter und Betreiber des Biomasse-Heizwerkes. Partner sind die Marktgemeinde Frastanz, die Pfarre Frastanz sowie die Forstbetriebsgemeinschaft Montfort und die Agrargemeinschaft Nenzing.

Das Biomasse-Heizwerk in Frastanz wurde 2009 in Betrieb genommen. <span class="copyright">Picasa</span>
Das Biomasse-Heizwerk in Frastanz wurde 2009 in Betrieb genommen. Picasa


In der jüngeren Vergangenheit seien mehrere Objekte neu angeschlossen worden, so Hartmann. Mittlerweile versorge man mehr als 80 Gebäude im Gemeindegebiet. Auch der Anschluss von großen Wohnanlagen mit bis zu 50 Wohnungen sei am Laufen. Dennoch werde man heuer die Menge der 2021 abgegebenen Wärmeenergie nicht erreichen. Per Oktober liege der Umfang um 13 Prozent unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Heuer wärmer als 2021

Hartmann begründet die auf den ersten Blick widersprüchliche Entwicklung damit, dass es heuer bislang weniger sogenannte Heizgradtage gegeben habe, es also wärmer als 2021 ist. Dazu komme, dass immer mehr Gebäude saniert werden, was ihren Heizwärmebedarf senke. Und schließlich würden Neubauten deutlich weniger Energie zum Heizen benötigen.
Diese Entwicklung biete dem Biomasse-Heizwerk-Betreiber die Möglichkeit, deutlich mehr Gebäude an das Netz anzuschließen. Durch bauliche Verdichtungen im Ortsgebiet, die keine neuen langen Versorgungsleitungen in noch unerschlossene Gegenden erfordern, könnte man pro Jahr zusätzliche 2,5 Millionen Kilowattstunden Wärmeenergie abgeben. „Wir könnten also die Wärmemenge um etwa 50 Prozent steigern, ohne das Heizwerk erweitern zu müssen“, sagt Hartmann.

Starke Nachfrage

Die Nachfrage von zukünftigen Kunden bezeichnet Hartmann als „sehr stark“. Die Bereitstellung regional erzeugter und regenerativer Energie liege im Trend. Dazu komme, dass die Entscheidung über die Preisgestaltung nicht an der Börse oder in einem anderen Land erfolge, sondern in einer örtlichen Preiskommission bestehend aus Gemeinde, Pfarre und E-Werken. Das habe dazu geführt, dass von 2021 auf 2022 die Preise lediglich um 2,5 Prozent erhöht worden seien. Für 2023 dürfte die Preisanpassung aufgrund der bekannten Umstände allerdings höher werden, schätzt Hartmann.

Günther Bitschnau / wpa

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.