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Schneebälle auf Polizei: Demonstranten landen vor Gericht

16.12.2022 • 19:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Zu den mutmaßlichen Tathandlungen kam es während einer Corona-Demo. <span class="copyright">APA</span>
Zu den mutmaßlichen Tathandlungen kam es während einer Corona-Demo. APA

Angriffe auf Beamte und Widerstand gegen Staatsgewalt nach Anti-Corona-Demo in Bregenz.

Nach einer Demonstration gegen Coronamaßnahmen und der Festnahme von zwei Demonstranten in Bregenz hat nach Darstellung der Staatsanwaltschaft jeder der beiden Angeklagten am 12. Dezember 2021 auf dem Symphonikerplatz vor dem Festspielhaus je einen Schneeball auf eine Menschenkette aus Polizisten geworfen. Zudem sollen die jungen Männer dann versucht haben, sich mit Gewalt gegen ihre eigenen Festnahmen zu wehren.

“Nur leicht gewehrt”

Im Prozess um die Vergehen des tätlichen Angriffs auf Beamte und des versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt erging am Freitag am Landesgericht Feldkirch noch kein Urteil. Richter Julian Fettner vertagte die Verhandlung zur Befragung eines weiteren Polizisten.
Die jeweils mit einer Vorstrafe belasteten Bregenzer sagten, sie hätten sich nur leicht gegen ihre Festnahmen gewehrt. Stefan Aberer meinte als Verteidiger des Erstangeklagten, die Schwelle zur strafbaren erheblichen Gewalt habe sein Mandant wohl nicht überschritten. Ein Polizist sagte, er habe sich bei der Festnahme des 25-jährigen Erstangeklagten eine Schulterluxation zugezogen. Staatsanwältin Karin Dragosits ging aber dazu von keinem vorsätzlichen Verhalten des Beschuldigten aus und stellte das wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung geführte Ermittlungsverfahren ein.

Kein Beamter getroffen

Während der Erstangeklagte bestritt, die Polizisten mit Schneebällen beworfen zu haben, gab der 23-jährige Zweitangeklagte zu, gleich mehrere Schneebälle in Richtung der Polizisten geworfen zu haben. Die Staatsanwaltschaft nimmt an, dass dabei kein Beamter getroffen wurde. Ein Polizist gab als Zeuge zu Protokoll, er habe einen auf ihn zufliegenden Schneeball mit der Hand in der Luft zerschlagen. Sonst wäre er wohl im Gesicht getroffen worden. Die Schneeballwürfe wurden als tätlicher Angriff auf einen Beamten angeklagt, mit einer Strafdrohung von bis zu zwei Jahren Haft.

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