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Bau des Arlberg Hospiz Hotels gestoppt

28.06.2023 • 23:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
In dieser Wintersaison wird das Hotel noch nicht offen haben. <span style="color: rgba(111, 111, 111, var(--tw-text-opacity)); font-size: 0.75rem; text-transform: uppercase;"><span class="copyright">Fotos A. Serra/VLK</span></span>
In dieser Wintersaison wird das Hotel noch nicht offen haben. Fotos A. Serra/VLK

Da das Land Tirol nicht mehr als 300 Betten in einem Hotelkomplex genehmigen möchte, müssen die Inves­toren Soravia und Familie Werner bei den Erweiterungsplänen zurück an den Start.

Beim Arlberg Hospiz Hotel in St. Christoph am Arlberg gibt es seit wenigen Wochen einen Baustopp bei dem laufenden Umbau-, Sanierungs- und Erweiterungsvorhaben. Aufgrund der wochenlangen Einstellung der Bauarbeiten haben sich nicht nur am Arlberg, sondern auch in Handwerkerkreisen Gerüchte verbreitet, wonach das traditionsreiche und alteingesessene Hotel wegen der jahrelangen Schließung und der steigenden Baukosten in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sei.

Seit mehreren Jahren geschlossen

Zur Erinnerung: Das Arlberg Hospiz Hotel ist seit dem Beginn der Bekämpfung der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 geschlossen und hat seither auch aufgrund großangelegter geplanter Investitionen in deutlich zweistelliger Millionenhöhe (60–80 Millionen Euro) nicht mehr eröffnet. Geöffnet sind nur die zum Unternehmen gehörenden Chalets beziehungsweise Suiten und mittlerweile das Restaurant Hospiz Alm, dieses allerdings nur in der Wintersaison.

Mehrheitseigentümer des Arl­berg-Hospiz-Hotel-Komplexes ist die Wiener Immobiliengruppe Soravia (51 Prozent), die übrigen Anteile hält die Arlberger Hoteliersfamilie Werner. Roland Paar, der bei Soravia als Leiter für den Bereich Hospitality und Hotels zuständig ist, erklärte auf Anfrage der Wirtschaftspresseagentur.com, dass man den Baustopp im Mai 2023 selbst verhängt habe und dass dies keinesfalls mit wirtschaftlichen Problemen zusammenhänge. „Sowohl Soravia als auch das Arlberg Hospiz sind solide finanziert“, betonte er.

300-Betten-Grenze überschritten

Der Grund für den Baustopp liege vielmehr in der neuen Tiroler Tourismusstrategie aus dem Jahr 2022, wonach Hotels mit mehr als 300 Betten politisch nicht mehr gewünscht sind. Die Modernisierung und Sanierung des Arlberg Hospiz Hotels hätte gemäß ursprünglichen Plänen die Anzahl der Betten von vormals 180 Betten auf über 240 Betten erhöht. Das Problem dabei sei, dass das Land Tirol auch die mehr als 100 Betten in den nicht direkt an das Hotel angebauten Chalets und Suiten dazuzähle, so Paar. Dadurch komme der Gesamtkomplex deutlich über die 300-Betten-Grenze, weshalb es für das auf Gemeindeebene schon abgesegnete Umbau- und Erweiterungsprojekt keine Genehmigung durch das Land Tirol gebe.

„Wir sind dadurch dazu gezwungen, unsere Planungen für das Arlberg Hospiz Hotel zu adaptieren und die Anzahl der Betten zu reduzieren. Dieser Prozess läuft jetzt. Und solange wir nicht von sämtlichen zuständigen Behörden und auch dem Land Tirol grünes Licht für unsere neuen Pläne bekommen, wird auf dieser Baustelle nicht mehr weitergearbeitet“, so Paar. Man habe für die Planungen und die bisherigen Abbrucharbeiten schon sehr viel Vorleistung erbracht und wolle deshalb für die Zukunft vollständige ­Planungssicherheit. Die in Ausarbeitung befindlichen Pläne seien unterdessen noch nicht bei den Behörden eingereicht worden.

Aus all diesen Gründen sei eine Wiedereröffnung des Arlberg Hospiz Hotels in der kommenden Wintersaison 2023/24 nicht denkbar. „Wir peilen als Eröffnung den Dezember 2024 und damit die Wintersaison 2024/25 an.“ Inwieweit die steigenden Baukosten und die Inflation die Budgetplanungen für die Umbau- und Modernisierungsarbeiten über den Haufen werfen, wollte Paar nicht kommentieren. Denn durch die Reduktion der Bettenanzahl sinke auch das Investitionsvolumen.

“Wir werden dieses Hotel eröffnen”

Trotz dem jetzt selbst verhängten Baustopp, den Vorleistungen, den notwendigen Umplanungen und der jahrelangen Schließung stehe die Soravia-Gruppe „zu 100 Prozent hinter dem Projekt Arlberg Hospiz Hotel“, betonte Paar. „Wir sind davon überzeugt, dass dieses Hotel an diesem Standort mit dem von uns vorgesehenen Konzept erfolgreich sein wird.“ Er begründet dieses Bekenntnis unter anderem auch mit der Erfahrung der Soravia-Gruppe, die aktuell an die 50 Hotelbetriebe in ihrem Portfolio habe und deshalb die Branche gut kenne.

Von Günther Bitschnau/wpa