Meinung

Brunners Gummibärle

02.06.2022 • 15:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Brunners merkwürdige Wissenslücken im U-Ausschuss.

Der Untersuchungsausschuss erwies sich am Donnerstag als politische Familienaufstellung. Finanzminister Magnus Brunner hatte natürlich ein großes Interesse an Aufklärung, sprach aber lieber, immer wieder und lange über die Strukturreform im Finanzministerium.

Dass ein Manager eines Staatsunternehmens einen Bonus bekommt, obwohl er längst ausgeschieden ist und dieser Bonus mündlich vereinbart wurde, hat ihn nicht sonderlich stutzig gemacht. Für den Wirtschaftsbund hat er maximal Gummibärle verteilt. Inserate der Finanz hätten eine positive Wirkung auf die menschliche Psyche, erklärte Brunner.

Die restliche Familie schien davon wenig überzeugt. Es gab wieder ausgiebige Geschäftsordnungsdebatten, in denen die ÖVP viele Einsprüche erhob, wofür sich die übrigen Parteien bedankten, indem sie dieselben Bedenken vorbrachten, als die ÖVP ihre eher belanglosen Fragen an Magnus Brunner richtete. Am Ende des Tages konnte Brunner zur Causa Wirtschaftsbund wenig beitragen. Dass er in 13 von 16 Ausgaben der „Vorarlberger Wirtschaft“ vorkam, ohne zu wissen, wie diese Artikel zustande kamen, war nur mäßig glaubwürdig. Trotz der permanenten Obstruktion der ÖVP im Ausschuss blieb am Ende nicht der Eindruck über, dass Brunner das Mastermind hinter den Inserategeschäften war oder in diese näher eingebunden wurde. Aber vielleicht hat er ja noch Gummibärle im Keller.