Meinung

Umweltschonung ist keine leere Worthülse

21.08.2022 • 12:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
E-Fuel für die MotoGP
E-Fuel für die MotoGP (c) imago sportfotodienst (imago sportfotodienst)

Auch in der MotoGP ist der Umweltgedanke angekommen.

Der gesamte Motorsport ist sich der Verantwortung bewusst, seinen Beitrag zur Rettung des Weltklimas beizutragen. Da ist die MotoGP keine Ausnahme. Wir haben alle verstanden, dass wir nicht mehr so weitermachen können, wie bisher. Gewisse Leidenschaften im Motorsport hängen aber nun einmal davon ab, dass wir einen Verbrennungsmotor haben. Die Faszination wird von Elementen wie Sound, wie Technik, wie Effizienz getragen. Die Sympathisanten staunen, wie es gelingt, die Leistung eines MotoGP-Bikes in extremer Schräglage auf den Boden zu bringen.

Wir retten den Planeten bestimmt nicht, wenn wir am Sonntag 24 Piloten verbieten, jeweils 20 Liter Sprit zu verbrennen. Die MotoGP wird zudem ab 2027 zu 100 Prozent Bio-E-Fuel einsetzen. Ohne Leistungsverlust, auch der Sound wird der gleiche bleiben. Dabei wird aber die CO2-Belastung – Stand heute – um 80 Prozent verringert. Dabei fahren wir heute schon mit unglaublicher Effizienz: 22 Liter für 130 Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von, zum Beispiel in Spielberg, über 180 km/h.

Deshalb bin ich überzeugt, dass es die MotoGP, wie viele andere Bereiche im Motorsport, auch weiterhin geben wird. Die Formel 1 kann mit größeren Antriebseinheiten und Hybridmotoren arbeiten. Das sehe ich in der MotoGP nicht, weil es sonst ein Gewichtsproblem gibt. Dabei geht die Tendenz in Richtung einfacherer, leichterer, effizienterer Motoren – bei maximaler Umweltschonung.

Die Familie der MotoGP wird aber auch anderen Bereichen darauf achten müssen, Energie zu sparen und die Umwelt zu schonen. Das beginnt bei den Reisen: Wie kann man den Rennkalender so anpassen, das weniger oft geflogen werden muss? Denn bis Flugzeuge mit Wasserstoff und damit „sauber“ fliegen, wird es noch dauern.

Derzeit werden gerade sämtliche Möglichkeiten ausgetestet. Noch weiß niemand mit 100 prozentiger Sicherheit, wohin die Reise geht. Selbst zum reinen E-Antrieb gibt es unterschiedlichste Meinungen. Dabei sind E-Bikes die beste Erfindung. Durch sie haben Leute das Fahrrad fahren entdeckt, die davor nie daran gedacht hätten, je mit dem Radl zu fahren.

Als die Formel E ins Leben gerufen wurde, glaubten viele, das sei der Tod der Formel 1. Heute sind wir davon weiter entfernt als je zuvor. Derzeit scheint die Formel E dem Abschied näher zu sein.

Der Sport braucht Emotion, sonst wenden sich die Menschen ab. Du kannst ja auch kein Restaurant eröffnen und Speisen verkaufen, die keiner mag. Der Motorsport wird weiter Emotion, Motorenlärm und Power brauchen – aber nachhaltig. Und das wird auch passieren. Weil Nachhaltigkeit zwingend nötig ist.

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