Kommentar

Evangelium nach S 18

24.01.2023 • 17:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Entweder ist „Lustenau Süd“ eine Pseudoalternative oder man will ewig weiteroprüfen.

Die Bibel kennt bekanntlich vier Evangelien, von denen eines das Johannesevangelium ist. Die übrigen drei, Markus, Matthäus und Lukas, nennt man die Synoptiker (gr. „Zusammenschauer“), weil ihre Versionen sich stärker ähneln als jene bei Johannes. Wären die Varianten der S 18 Bücher des Neuen Testaments, hätte Leonore Gewessler am Dienstag das Johannesevangelium präsentiert.

Es geht um eine Variante, die deutlich weniger Entlastung für Lustenau bringt, den Transit auf der Betonstraße in ebenso verringertem Ausmaß reduziert und auch noch durch ein „Natura 2000“-Gebiet führen soll. Mit der Schweiz hat man darüber kein Einvernehmen erzielt, aber dafür gute Gespräche geführt. Und davon soll es sogar bald noch viel mehr geben. Wie lange man da verhandeln kann, ohne dass ein Staatsvertrag herauskommt, sieht man derzeit beim Rhein-Projekt „Rhesi“. Und sollte die Schweiz zustimmen, wäre da immer noch das Naturschutzgebiet und der Verwaltungsgerichtshof. Vielleicht gilt für die Befürworter der neuen Variante, was auch bei Johannes steht: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du.“

Entweder ist „Lustenau Süd“ der Versuch, eine Pseudoalternative zu bieten, die man dann zugunsten der CP-Variante begräbt – nach dem Motto „Wir haben es versucht!“ – oder das Verkehrsministerium hat vor, die S 18 bis zur Auferstehung zu prüfen.

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