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Jetzt ist man erst einmal über den Berg

VW hat mit einer Fabelzeit beim legendären Pikes-Peak-Bergrennen den Grundstein für seine Elektro-Offensive gelegt: Jetzt folgen Mühen des Alltags.

Dicke Schläuche winden sich wie Eingeweide aus einem Riesentruck, der am Fuße des Pikes Peak steht. Diese Schläuche führen wohltemperierte Luft zum Elektro-Auto VW I. D. R. Auf diese Weise sollen die Batterien, deren Energie das Auto auf dem Bergsturm versorgen wird, im idealen Temperaturfenster gehalten werden. Zwischen 30 und 70 Grad Celsius funktioniert das System am besten. Letztlich ist es eine permanente Gratwanderung. Laden und extreme Leistungsentladung machen die Batterien zu heiß, die Kälte auf dem Berg raubt ihnen den Saft. Nur im idealen Temperaturfenster können die Energieträger ihre Leistung für die E-Motoren entsprechend ausspielen.

Im Hintergrund der Schläuche wummern jene Generatoren, die das Projekt mit Energie versorgen. Von Glyzerin betrieben, vereinfacht erklärt: „Zuckeralkohol“, der etwa bei der Herstellung von Biodiesel entsteht und bei Verbrennung nur minimale Emissionen abgibt.

Auch wenn das I.-D.-R-Auto nichts mit einem einfachen massentauglichen E-Fahrzeug der Zukunft zu tun hat, sind die Problemzonen deckungsgleich. Temperaturunterschiede als Gift für die Batterietechnik und Reichweitenfragen als ständig begleitender Zielkonflikt.

Die Antworten, die das VW-Motorsportteam mit Romain Dumas gegeben hat, sind auf den ersten Blick erfolgversprechend: Man schaffte die schnellste je gefahrene Zeit beim legendären Pikes-Peak-Rennen, kein Auto mit Verbrennungsmotor kam je an den Rekord von 7:57,148 auch nur annähernd heran. VW-Renndirektor Sven Smeets: „Für das Pikes-Peak-Projekt musste sich jeder Mitarbeiter permanent neu erfinden.“

Diese Aufgabe steht auch Volkswagen bevor: Die Dieselkrise zwang den Konzern in die Elektromobilität. Drei neue Autos stehen ab 2020 in der Pipeline, sie werden nicht nur den Konzern tief greifend verändern. Sobald die E-Technologie massentauglich wird und man die Schwächen in den Griff bekommt, hat der Verbrennungsmotor ein Ablaufdatum. Eine Frage wird freilich auch VW nicht klären, das ist Sache der Politik: E-Autos sind nicht per se sauber, sondern nur, wenn die Energie aus regenerativen Quellen (Sonne, Wind, Wasser) kommt. Und diese Gleichung geht in vielen europäischen Ländern noch lange nicht auf.

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