Mobilität

An Inn und Enns drohen Überflutungen

04.08.2020 • 10:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Inn am Dienstagvormittag
Der Inn am Dienstagvormittag (c) APA/MANFRED FESL

Starke Regenfälle haben zu Vermurungen und Verkehrsbehinderungen geführt.

In Schärding ist am Dienstag um 9.20 Uhr der Hochwasser-Voralarm ausgelöst worden. Der Inn sollte im Laufe des Nachmittags einen Wasserstand von sieben Metern erreichen. „Ob es sich dabei um den Höchststand handelt, ist noch nicht bekannt“, hieß es Dienstagvormittag von der FF Schärding. „Wir werden die Lage gegen Mittag neu beurteilen.“

Nach den heftigen Regenschauern stieg der Pegel am Inn, der normalerweise eine Höhe von vier Metern hat, rasant. Bei einem erwarteten Wasserstand von sieben Metern könnten erste Gebäude und Straßen betroffen sein.

Bereits am Montag wurde mit dem Aufbau des Hochwasserschutzes in Schärding begonnen. Zuletzt wurde der Hochwasser-Voralarm 2013 ausgelöst

In Steyr in Oberösterreich wurde der Hochwasser-Voralarm ausgelöst, da sich die Enns einem Wasserstand von fünf Metern nähert.

Die starken Regenfälle haben in Salzburg bis Dienstagfrüh zunächst für nur kleinere Überflutungen gesorgt. Die Pegelstände der Salzach und Saalach überschritten im Gebiet der Landeshauptstadt am Morgen aber die Warngrenze. Insgesamt standen gegen 6.00 Uhr landesweit beinahe 600 Feuerwehrleute im Einsatz – eine Zahl, die sich seitdem aber noch stark erhöht haben dürfte.

„Das Einsatzgeschehen hat sich im Laufe der vergangenen Stunden vom Süden des Landes in den Flachgau verlagert“, hieß es auf APA-Anfrage vom Landesfeuerwehrkommando. In zahlreichen Gemeinden mussten Keller ausgepumpt, Straßen gereinigt und die Folgen von Überflutungen beseitigt werden. „Informationen über sehr schwere Schäden liegen uns derzeit nicht vor.“

Wie der Hydrografische Dienst des Landes informierte, sind im Laufe der Nacht vor allem im Oberpinzgau die Pegelstände der Salzach und ihrer Zubringer rasch gestiegen. In Mittersill musste die Hubbrücke zum Schutz gegen Verklausungen zunächst aber nicht aktiviert werden, weil sich das Wasser ab Mitternacht wieder zurückzog.

Mobiler Hochwasserschutz

In mehreren Gemeinden am Oberlauf der Salzach errichteten die Freiwilligen Feuerwehren den mobilen Hochwasserschutz. In der Gemeinde Muhr (Lungau) verlegten am Abend zwei Muren die Landestraße. Die Aufräumarbeiten wurden in der Nacht unterbrochen, sind aber mittlerweile wieder angelaufen. In Oberndorf (Flachgau) wird die Salzach bis zu einem zehnjährlichen Hochwasser ansteigen. Dort werden Teile des Hochwasserschutzes aktiviert.

Behinderungen gab es wegen vereinzelt wegen überfluteter Straßen. In Bayern wurde die Autobahn A8 zwischen Salzburg und München bei Frasdorf wegen Überflutung gesperrt, auch eine Ausweichstrecke ist überflutet. Autofahrer können nur großräumig ausweichen, mit Staus ist zu rechnen. Weil es am Vormittag weiter und auch teilweise heftig regnen kann, wird frühstens am Nachmittag mit einer Entspannung gerechnet.

Einsätze in Vorarlberg

Der angekündigte Starkregen hat in Vorarlberg in der Nacht auf Dienstag und am Dienstagvormittag mehr als 20 Feuerwehr-Einsätze notwendig gemacht. Hauptsächlich galt es unter Wasser stehende Keller auszupumpen, hieß es auf APA-Anfrage bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle. Wegen Überflutung mussten auch einige Straßen gesperrt werden. Am stärksten betroffen war der Bezirk Dornbirn. In der Stadt Dornbirn fielen innerhalb von 24 Stunden mehr als 70 Liter Regen pro Quadratmeter. Neben dem Bezirk Dornbirn war vor allem auch der Bezirk Feldkirch betroffen. Größere Schäden wurden zunächst aber keine bekannt.

Aufgrund von Überflutung waren am Dienstagvormittag mehrere Straßen gesperrt, darunter etwa die Furt über die Dornbirner Ache in Dornbirn-Rohrbach, die Höchster Straße (L41) durch das Ried oder auch die Bildsteiner Straße (L15). Die Hauptrouten waren jedoch alle frei befahrbar.