16 Tage gegen Gewalt: Kassabon-Initiative startet wieder

25.11.2022 • 05:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
16 Tage gegen Gewalt: Kassabon-Initiative startet wieder

Mit Beginn der internationalen Kampagne “16 Tage gegen Gewalt an Frauen” heute, Freitag, startet österreichweit wieder die Kassabon-Initiative des heimischen Handels: Bis inklusive Dezember werden der Polizeinotruf 133, die Nummer der Frauenhelpline gegen Gewalt 0800-222-555 sowie die Nummer des Gewaltschutzzentrums (0800-700-217) und der Opfer-Notruf der Österreichischen Justiz 0800-112-112 aufgedruckt. Am 6. Dezember findet zudem erneut ein Gewaltschutzgipfel statt.

Zur Veranstaltung mit Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP), Justizministerin Alma Zadić (Grüne), Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) seien zahlreichen Expertinnen und Experten geladen, u.a. die bekannte Psychiaterin Adelheid Kastner, hieß es aus dem Innenministerium, das zugleich auf die zuletzt gesetzten Maßnahmen im Gewaltschutz zurückblickte: 25 Jahre Gewaltschutzgesetz seien auch gekennzeichnet durch permanente Weiterentwicklung: Kaum ein Gesetz sei so oft erweitert und Lebensrealitäten angepasst worden, unter den bisher letzten Maßnahmen waren die Ausweitung des Kreises der Schutzpersonen auf Kinder und die Einführung der täterorientierten Präventionsarbeit. Im Gewaltschutzpaket würden jährlich 18 Millionen Euro durch das Innenressort für Gewaltschutz zur Verfügung gestellt, für Beratungsstellen zu Gewaltprävention, Gewaltschutzzentren und andere.

Eine Steigerung der Betretungs- und Annäherungsverbote wird vor allem auch als hohe Bereitschaft zur Anzeige sowie hohes Vertrauen in die Polizei gedeutet. 2020 gab es 11.652 Zahlen Betretungs- und Annäherungsverbote, 2021 waren es 13.690, heuer bis Ende Oktober 12.100. Allein 2022 wurden bisher schon rund 10.000 sogenannte Gefährder zur mittlerweile verpflichtenden Gewaltpräventionsberatung geschickt. Zudem habe es seit Jahresbeginn schon mehr als 160 sicherheitspolizeiliche Fallkonferenzen gegeben – sie dienen in besonderen Risikofällen der Vernetzung aller befassten Stellen. Im Jahr davor waren es 57 Konferenzen gewesen.

“Das Innenministerium konnte alleine in den letzten beiden Jahren die Zahl der Präventionsbeamten auf nunmehr 1.100 mehr als verdoppeln”, sagte Karner. “Es gibt kein Verhalten von Frauen, das irgendeine Form von Gewalt gegen Frauen legitimiert und jede Frau soll wissen, dass es Hilfe gibt und sie nicht alleine ist”, wurde Raab zitiert. “Ich danke allen Kooperationspartnern, dass wir nun während der weltweiten 16 Tage gegen Gewalt wieder die wichtigsten Kontaktnummern und Botschaften über Kassabons an die Menschen verteilen. Nicht nur die Polizei, sondern auch die Frauenhelpline oder die Gewaltschutzzentren sind für die Betroffenen immer erreichbar.”

“Ich will, dass jede von Gewalt betroffene Person in Österreich weiß, dass sie in dieser schwierigen Situation nicht allein ist. Deshalb danke ich dem österreichischen Handelsverband für diese wichtige Kooperation”, so Zadić. “In tausenden Geschäften, auf Millionen Kassenbons sind ein QR-Code und die wichtigsten Hotlines abgedruckt”, erläuterte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. “Besonders zur Weihnachtszeit möchten wir die 1,9 Millionen täglichen Kontakte mit unseren Kundinnen und Kunden an den Kassen in ganz Österreich nutzen, um betroffenen Mädchen und Frauen den Zugang zu Hilfsangeboten zu erleichtern”, so der Vorstand der REWE International AG, Christoph Matschke.

(S E R V I C E – Auswahl von Internetadressen mit weiterführenden Informationen – AÖF: – BKA: – Kunst- und Sportministerium : – Wiener Interventionsstelle: )

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