Aus Kadaver von Buckelwal “Timmy” wird nun Bio-Kraftstoff

Aus dem Kadaver des unter dem Namen “Timmy” bekannt gewordenen Buckelwals wird nun Bio-Kraftstoff hergestellt. Weil die Haut- und Fettschicht des verendeten Meeressäugers so dick ist, muss der Kadaver zunächst etwa eine Woche lang mit einer Wärmebehandlung vorbereitet werden, wie der Sprecher der dänischen Agrar-Firma Daka, Christian Skov, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Danach könne das Wal-Fett zur Produktion von Bio-Diesel genutzt werden.
Aus dem restlichen Material soll demnach Fleisch- und Knochenmehl gemacht werden, das ebenfalls als Bio-Kraftstoff genutzt werden kann, etwa bei der Zementherstellung. Daka werde dafür sorgen, dass der gesamte Walkadaver “sicher recyclet und genutzt” werde, fügte Skov hinzu. Der gut zwölf Meter lange Buckelwal war erstmals Anfang März im Hafen von Wismar in Deutschland gesichtet worden. Er irrte danach wochenlang vor der deutschen Ostseeküste umher und strandete mehrfach vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Zuletzt lag er vor der Insel Poel.
Walkadaver wurde Mitte Mai gefunden
Obwohl Experten das schwer angeschlagene und geschwächte Tier nach mehreren gescheiterten Hilfsversuchen schon aufgegeben hatten, duldete Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) Mitte April den Rettungsversuch einer Privatinitiative. “Timmy” wurde in einem Lastkahn aus der Ostsee gebracht und Anfang Mai im Kattegat, einem Meeresgebiet zwischen Dänemark und Schweden, ins offene Meer bugsiert.
Mitte Mai wurde dann vor den dänischen Insel Anholt ein Walkadaver gefunden. Kurz darauf bestätigten die dänischen und deutschen Behörden, dass es sich um “Timmy” handelte.