Brände in der Südtürkei und auf Zypern toben weiter

23.06.2022 • 15:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Brände in der Südtürkei und auf Zypern toben weiter

Schwere Busch- und Waldbrände toben am dritten Tag in Folge in der Südwesttürkei und im Norden der geteilten Mittelmeerinsel Zypern. In der südwesttürkischen Urlaubsregion Marmaris wurden am Donnerstag mehr als 270 Menschen in Sicherheit gebracht. Der Brand breite sich weiter aus, weil hohe Temperaturen und starker Wind die Löscharbeiten erschwerten, sagte Forst- und Landwirtschaftsminister Vahit Kirisci. Bisher seien fast 3.000 Hektar Land betroffen.

Der Sender TRT meldete, auch im südosttürkischen Kahramanmaras wüte ein Waldbrand. Der Brand in Marmaris war am Dienstag in der Nähe in Bördübet in einem Nationalpark ausgebrochen, die Ursache ist noch unklar. Nach Angaben des Innenministeriums wird auch wegen Brandstiftung ermittelt. Der türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu wies am Mittwochabend darauf hin, dass der Mittelmeerraum wegen des Klimawandels besonders gefährdet für Waldbrände sei. Er warf der Regierung angesichts dessen mangelnde Vorbereitung vor.

Waldbrände hatten im vergangenen Jahr in Teilen des Mittelmeerraums und der Schwarzmeerregion in den Sommermonaten für große Zerstörungen gesorgt. Zahlreiche Menschen starben. Die türkische Regierung war damals scharfer Kritik ausgesetzt, unter anderem, weil zu Beginn keine einsatzfähigen Löschflugzeuge zur Verfügung gestanden hatten.

An den aktuellen Löscharbeiten beteiligten sich nach offiziellen Angaben 14 Flugzeuge und 47 Hubschrauber. Knapp 3.000 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen.

In Nordzypern wurden zwei Löschflugzeuge aus Israel erwartet, wie der türkisch-zypriotische Rundfunk Bayrak TV berichtete. Bereits seit Mittwoch sind auch Flugzeuge der Republik Zypern aus dem Süden der Insel sowie Hubschrauber aus der Türkei im Einsatz.

Die Kämpfe gegen die Brände im Norden haben die zwei Teile der Insel ein kleines Stück näher gebracht. Zypern ist seit 1974 in einen griechisch-zypriotischen Teil im Süden und einen türkisch-zypriotischen Teil im Norden geteilt. Die politischen Führungen der beiden Teile haben seit 2017 die Verhandlungen zur Überwindung der Teilung abgebrochen.