Luchs auf einer Autobahn in Italien getötet

09.06.2026 • 08:20 Uhr
Luchs auf einer Autobahn in Italien getötet

In Norditalien ist erstmals ein Luchs auf einer Autobahn von einem Fahrzeug erfasst und getötet worden. Das Tier sei auf der Autobahn A23 nahe Chiusaforte in Friaul-Julisch Venetien verunglückt, teilten die an den Schutzprojekten beteiligten Forscher mit. Der Kadaver wurde nach dem Unfall geborgen und anschließend von Experten der Universität Udine untersucht. Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich um ein etwa einjähriges weibliches Tier in gutem Gesundheitszustand.

Die junge Luchsin war den Angaben zufolge bisher nicht im laufenden Monitoring in Italien erfasst worden. Anhand ihres Fellmusters konnte sie jedoch identifiziert werden. Demnach wurde sie 2025 im slowenischen Triglav-Nationalpark geboren. Weitere genetische Untersuchungen sollen Aufschluss über ihre Abstammung geben.

Tier auf der Suche nach einem eigenen Revier

Nach Einschätzung der Fachleute befand sich das Tier auf der Suche nach einem eigenen Revier. Der Unfall ereignete sich in einem Grenzgebiet zwischen den Julischen und Karnischen Alpen, das als wichtiges Ausbreitungsgebiet der Luchsbevölkerung in den Südostalpen gilt.

Naturschützer bezeichneten den Verlust als schwerwiegend, da insbesondere junge Weibchen für den Wachstum kleiner Populationen von großer Bedeutung seien. Zugleich werteten sie den Nachweis der Luchsin in einem bisher nicht besiedelten Gebiet als Zeichen dafür, dass die Wiederansiedlungs- und Schutzmaßnahmen der vergangenen Jahre Wirkung zeigen. Die Tiere breiteten sich zunehmend in neue Lebensräume aus.

Das Projekt ULyCA2, das von der Tierschutzorganisation WWF aktiv unterstützt wird, zielt darauf ab, die kleine Luchspopulation in den östlichen Alpen zu stärken, mit dem Ziel, auch in Italien eine lebensfähige Population zu schaffen. Dank in den 1970er-Jahren begonnener Wiederansiedlungsprojekte ist der Eurasische Luchs wieder in den Alpen beheimatet. Die Bestände in Italien und Österreich sind nach wie vor klein und zerstückelt. Die maximal 35 bis 40 heimischen Luchse leben in kleinen, voneinander isolierten Populationen. Ihr Lebensraum wird massiv zerschnitten, daher gibt es kaum Nachwuchs.