Messerangriff in Belfast schockt Briten

09.06.2026 • 20:18 Uhr

Eine blutige Messerattacke mit einem Schwerverletzten in der nordirischen Hauptstadt Belfast hat erneut Ängste vor rassistischen Ausschreitungen im Vereinigten Königreich entfacht. Wie die nordirische Polizei mitteilte, wurde ein zwischen 30 und 40 Jahren alter Mann wegen des Verdachts auf versuchte Tötung festgenommen. Das Opfer, ein Mann im Alter zwischen 40 und 50 Jahren, wurde mit schweren Verletzungen im Gesicht, den Augen und am Rücken in ein Krankenhaus gebracht.

Der Vorfall ereignete sich am Montagabend. Der mutmaßliche Täter stammt demnach aus dem Sudan – was Befürchtungen weckte, der Vorfall könne als Anlass für rassistisch motivierte Krawalle genommen werden. Großbritanniens bekanntester Rechtsextremist Tommy Robinson teilte bereits Protestaufrufe für das ganze Land. 

Polizei bittet, blutiges Video nicht zu teilen

In einem Video, das im Netz kursiert, ist zu sehen, wie ein Angreifer mit einem Messer mitten auf einer Straße auf einem blutüberströmten Mann sitzt und diesen mit einem Messer traktiert. Zwischendurch hebt er das Messer in die Höhe und ruft etwas. Nach einer Weile wagen sich mehrere Männer in die Nähe und versuchen den Angreifer von seinem Opfer zu trennen. 

Die Polizei bat darum, das Video nicht zu verbreiten. Nordirlands Polizeichef Jon Boutcher rief die Menschen auf, sich nicht durch Social Media aufstacheln zu lassen und die Ermittler ihre Arbeit machen zu lassen. Es gebe bisher keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund, hieß es in der Mitteilung der Polizei.

Warnung vor Ausschreitungen

Der britische Premierminister Keir Starmer verurteilte die Tat aufs Schärfste. “Der furchtbare Angriff in Belfast ist widerwärtig. Ich habe absolut keine Toleranz für entsetzliche Szenen der Gewalt wie diese auf unseren Straßen”, so Starmer auf der Plattform X. Nordirische Politiker äußerten sich ähnlich und warnten vor Ausschreitungen. Großbritannien war im Sommer 2024 von heftigen rassistisch motivierten Ausschreitungen erschüttert worden. 

Erst in der vergangenen Woche kam es in der südenglischen Stadt Southampton zu Krawallen am Rande eines Protests. Auslöser war die Veröffentlichung von Body-Cam-Aufnahmen, die einen krassen Polizeifehler nach der tödlichen Messerattacke eines Manns aus der Sikh-Gemeinschaft auf den Studenten Henry Nowak zeigten. Statt den Mörder festzunehmen, der sich als Opfer eines rassistischen Übergriffs darstellte, hatten die Polizisten dem sterbenden Nowak Handschellen angelegt.