Rockenschaub bringt digitale Farbexplosion ins Belvedere 21

24.11.2022 • 12:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Rockenschaub bringt digitale Farbexplosion ins Belvedere 21

Es flimmert und flackert, dass einem schwindlig werden könnte: Schon beim Betreten der Schau “circuit cruise / feasible memory/regulator” konfrontiert Gerwald Rockenschaub die Besucher im Belvedere 21 mit einer digitalen Farbexplosion. Insgesamt sind es 24 Monitore, die wie Gemälde an vier hohen, dunkelgrauen Wänden hängen und den Betrachter stumm konfrontieren, während im Zentrum Leere herrscht: Neonfarbene Skulpturen bilden einen leeren Rahmen, der zum Verweilen einlädt.

Es sind eigens für die Ausstellung kreierte digitale Animationen, die im Loop gezeigt werden und vor allem aus dem Augenwinkel irritieren. Meist sind es fluide geometrische Figuren, die sich überlagern, voneinander abstoßen oder ins Bild rasen. Einen Kontrast bilden da nur jene skulpturalen Raumelemente, die – im rechten Winkel zueinander positioniert – in grün und pink jenen inneren Rahmen bilden, der die Größe des Ausstellungsraums greifbar macht. “Rockenschaub bleibt sich absolut treu und findet doch wieder neue Ausdrucksformen, die unsere Wahrnehmung herausfordern und ein einzigartiges visuelles Vergnügen sind”, wird Generaldirektorin Stella Rollig, die bei der Pressekonferenz am Donnerstag krankheitsbedingt verhindert war, in den Unterlagen zitiert.

Kurator Axel Köhne würdigte die “Interaktion von Farbe, Form und Material” im Werk des 70-jährigen gebürtigen Linzers, der als einer der erfolgreichsten heimischen Künstler gilt. Mit seiner Ausstellungskomposition reagiere Rockenschaub auch auf die Architektur des von Karl Schwanzer konstruierten Hauses. “Es wirkt fast so, als würde der Raum selbst ausgestellt”, so Köhne. Die Luftigkeit in der Mitte des Raumes ermöglicht es, die jeweils sechs an einer Zwischenwand angebrachten Werke aus der Distanz und in ihrem Zusammenspiel zu betrachten.

Die Werke selbst schaffen für sich einen reduzierten, aber konzentrierten Kosmos: So mag man in einem Werk etwa die Silhouette des Künstlers selbst entdecken, in anderen scheinen die geometrischen Formen ins Dreidimensionale zu expandieren. Ansonsten sind es vor allem Strukturen und Farbkontraste, überraschende Bewegungen oder schrille Kombinationen, die den Betrachter irritieren. Nicht zufällig zog der Kurator eine Parallele zum musikalischen Interesse des Künstlers, der seit Ende der 1980er Jahre auch als DJ und Musiker aktiv ist. Seine Ausstellungspräsentationen komponiere Rockenschaub “vergleichbar einem Technotrack, auf der Suche nach einem Rhythmus, einem Beat”. Tatsächlich wirken die Animationen wie kurze Tracks, denen der Sound abhanden gekommen ist.

(S E R V I C E – Ausstellung Gerwald Rockenschaub. circuit cruise / feasible memory/regulator” im Belvedere 21. 25. November bis 12. März 2023. )

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.