Vorgezogener Wahltag für Gemeinderatswahlen im Burgenland

23.09.2022 • 22:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen im Burgenland haben Freitagmittag mit dem Aufsperren des ersten Wahllokals am vorgezogenen Wahltag begonnen. Um 12 Uhr öffnete das Kulturzentrum in Siegendorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) seine Tore und kurz darauf gaben auch schon die ersten Wähler ihre Stimmen ab. Burgenlandweit nutzten laut Landeswahlbehörde 13,84 Prozent der Wahlberechtigten den vorgezogenen Wahltag bereits für ihre Stimmabgabe.

Bei den diesjährigen Kommunalwahlen sind 277.477 Personen wahlberechtigt, 38.389 von ihnen (13,84 Prozent) haben nicht auf den Hauptwahltag am 2. Oktober gewartet, sondern bereits am Freitag das Kreuzerl gemacht. 2017 betrug die Wahlbeteiligung am vorgezogenen Wahltag 11,86 Prozent. Im Vergleich der Bezirke wiesen Oberpullendorf (17,53 Prozent) und Güssing (17,31) die höchste Wahlbeteiligung am Freitag auf. In Eisenstadt waren es 5,08 Prozent.

In der Gemeinde Heugraben im Bezirk Güssing waren am vorgezogenen Wahltag bereits 104 der 269 Wahlberechtigten wählen, das entspricht einer Beteiligung von 38,66 Prozent. In Burgenlands kleinster Gemeinde, Tschanigraben, ebenfalls im Bezirk Güssing, gaben 20 der 89 Wahlberechtigten ihre Stimme ab (22,47 Prozent).

Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf (SPÖ) zeigte sich in einer Aussendung am Freitagabend erfreut über die höhere Wahlbeteiligung. Dies bestätige, “wie wichtig dieses Angebot für die Wählerinnen und Wähler ist”. Die am vorgezogenen Wahltag abgegebenen Stimmen werden bis zum 2. Oktober verschlossen aufbewahrt. Sie werden nach Wahlschluss mit den übrigen abgegebenen Stimmen ausgezählt.

In Siegendorf herrschte beim Aufsperren des Wahllokals zu Mittag ein gemächliches Kommen und Gehen. Laufend trudelten Menschen ein, die nicht auf den Hauptwahltermin am 2. Oktober warten, sondern schon am Vorwahltag wählen gehen wollten. Ihre Gründe dafür waren großteils pragmatisch. Ein Burgenländer kam etwa, “damit ich am Sonntag eine Ruhe hab”. Andere wollten verreisen und hatten vor, den Wahltag auf Kreta zu verbringen.

Auch Feiern spielten eine Rolle – eine Siegendorferin sagte im Gespräch mit der APA beispielsweise, dass sie sich den 2. Oktober für ihren Geburtstag freihalte. Ein Mann wählte einfach nur am vorgezogenen Wahltag, um sich am Sonntag nicht schön anziehen zu müssen.

Die insgesamt 340 Sonderwahlbehörden und Wahllokale hielten am Freitag großteils von 17 oder 18 Uhr bis 19 oder 20 Uhr offen. Am längsten konnte man in Müllendorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung), Gattendorf und Pama (Bezirk Neusiedl am See) wählen, nämlich bis 21 Uhr.

277.477 Personen sind wahlberechtigt. Die meisten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in den 171 Kommunen zählt aktuell die SPÖ mit 85 roten Ortschefs. Die Wahlen finden dieses Jahr unter teils neuen Bestimmungen statt, so wurde etwa die Vorzugsstimme aufgewertet. Wahlberechtigt sind auch Zweitwohnsitzer.