Weniger Arbeitslose und mehr Schulungen als vor einer Woche

28.09.2021 • 13:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Diese Woche sind rund 1.000 Menschen mehr ohne Job als vor einer Woche. Dabei haben Schulungen zugenommen, während die Zahl der Arbeitslosen zurück ging. Das liege am Vollausbau des Programms Sprungbrett und an der Corona-Joboffensive, auf die inzwischen die Hälfte aller AMS-Bildungsmaßnahmen und Kurskostenförderungen entfallen, teilte Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) am Dienstag mit. In Summe sind gut 3.000 Menschen mehr ohne Job als in der Vergleichswoche 2019.

Bis 2022 sollten unter dem Programm 100.000 Menschen eine Ausbildung bekommen, schon vor drei Monaten haben aber 60.000 Menschen eine Ausbildung abgeschlossen, die Hälfte von ihnen habe danach innerhalb von drei Monaten einen Job gefunden. „Das ist ein durchaus erfolgreicher Wert, diese 50 Prozent Integration in eine nachhaltige Beschäftigung“, so der frühere IHS-Chef.

Derzeit laufen Expertengespräche über eine 3G-Pflicht am Arbeitsplatz. Dabei gebe es „viel Konsens, auch mit den Sozialpartnern“, so Kocher zum gestrigen Treffen. Es gebe aber noch viele rechtliche Fragen, zum Beispiel was geschehen soll, wenn jemand keinen 3G-Nachweis erbringt, etwa ob dann womöglich ein Urlaub genommen werden müsse. Das seien Fragen, die im Arbeitsrecht zu klären sind, Präferenzen wollte Kocher nicht nennen. Es müsse aber auch geklärt werden, ob die 3G-Pflicht auch im Freien oder nur in geschlossenen Räumen gelten soll. „Wir sind optimistisch, dass wir bald eine klare Lösung haben“, so Kocher, was die FPÖ gegen „indirekten Impfzwang“ wettern lässt.

Weitere Gespräche gibt es auch zur Reform des Arbeitsmarktes. Diese sollen bis Jahresende laufen, konkrete Vorschläge soll es dann im 1. Quartal 2022 geben. Vorige Woche war Kocher in Schweden, um sich über den dortigen Umgang mit Arbeitslosigkeit zu informieren, kommende Woche steht eine Reise nach Litauen am Programm, kündigte er an. In Schweden sei der Fokus auf dem einzelnen Menschen interessant gewesen. Es gehe in Schweden um „fordern und fördern“ und darum, die Menschen zu schützen, nicht den Arbeitsplatz.