Lichtermeer und Feuer-Shows beenden Donauinselfest-Auftakt

24.06.2022 • 23:19 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Lichtermeer und Feuer-Shows beenden Donauinselfest-Auftakt

Mit feurigen Bühnenshows und einem Lichtermeer für den Frieden ist der erste Tag des 39. Donauinselfests zu Ende gegangen. Die Insel füllte sich im Laufe des Nachmittags stetig, hatte das Publikum ob der coronabedingt reduzierten Ausgaben der letzten zwei Jahre doch Einiges aufzuholen. Der erste Tag wartete mit Auftritten von Nico Santos, Mathea, Edmund und Melissa Naschenweng auf. Ein Mann musste vom Arbeiter-Samariter-Bund reanimiert und ins Krankenhaus gebracht werden.

Den Anfang machte Headliner Nico Santos mit seinem Hit “Play with Fire”. Da durften natürlich auch die bei fast allen Performern beliebten Feuer-Effekte nicht fehlen. Es folgte “Like I Love You” – ohne Flammen, dafür mit im Takt klatschendem Publikum. Den Abschluss auf der Schlager-Bühne machte indes eine äußerst gut gelaunte Melissa Naschenweng. Egal, ob sie sich ans “Traktorfoahr’n mit zwölf Joahr”, wie es in ihrem Song “Blödsinn im Kopf” heißt, erinnerten, oder nicht – die Schlagersängerin, die sich heuer einen Amadeus-Award abholte, brachte Jung und Alt zum Springen.

Mit einem freundlichen “Ihr seht so hübsch aus” begrüßte Mathea auf der größten Bühne ihre Fans. Ihnen heizte die routinierte Performerin im schwarzen Herz-BH mit Beziehungs-Songs wie “2x”, “Wollt dir nur sagen” und “Chaos” ein – für Letzteres holte sie einen Fan zu sich – sowie den vielgenutzten Flammen ein. Und auch Dialektduo Edmund setzte auf Feuer, ihr Publikum fand die Band gemäß ihrem Songtitel “leiwand”. Melancholisch-romantisches wie “Prinzessin” mischte sich da mit Lebensbejahendem wie “Freindschoft”. Wie sehr sie sich dabei verausgabten, sah man den Gesichtern der Sänger auf den Videoscreens neben der Bühne an. Diese blieben allerdings lange zur Hälfte hinter Werbebannern versteckt, was man von offizieller Seite mit den windigen Verhältnissen begründete. Headliner Nico Santos war bei hochgezogenen Bildschirmen schon besser zu erkennen.

Sängerin Verena Wagner hatte auf der zentralen Bühne den Anfang gemacht, um ihr Mikrofon schließlich an Tina Naderer zu übergeben. Naderer zeigte sich auf der von Ö3 bespielten Bühne von einer ruhigen Seite, spornte ihr Publikum aber vor allem beim Song “Bleibst du bei mir” auch zum Mitsingen an. Früher sei sie immer vor der Donauinselfest-Bühne gestanden und hätte sich gedacht, “da will ich auch mal stehen”, so die Musikerin. Ein anderes Bild zeichnete Ray Dalton von sich, der ebenfalls mit Flammen den Anfang machte. Publikum zog der energiegeladene US-Amerikaner aber wohl weniger mit der zusätzlichen Wärme, als mit Hits wie “Can’t Hold Us” oder “Rehab” von Amy Winehouse an. “Ich habe die beste Zeit meines Lebens”, verkündete Dalton.

Der Arbeiter-Samariter-Bund, der sich um die medizinische Versorgung kümmerte, berichtete gegenüber der APA, dass ein Mann reanimiert und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Diesen hätte man auf der Straße gefunden, sagte Einsatzleiter Erwin Scheidl. Ob die Reanimation erfolgreich war, wisse man nicht.

Dem ausgelassenen Feiern stand auch das Gedenken an das Kriegsgeschehen in der Ukraine gegenüber: Kurz vor 22 Uhr wurde deshalb vor jeder Bühne per Handy-Lichtermeer ein Zeichen für Frieden gesetzt. Und auch andernorts stand das kriegsgebeutelte Land im Fokus: Die ukrainische Popband Latexfauna spielte heute, aber auch an den nächsten beiden Tagen auf der “Friedensbühne” auf, mittels Becherpfand werden Spenden für die Flüchtlingshilfe gesammelt.

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) freute sich, dass die Menschen nach zwei Jahren wieder “kostenlos großartige Kulturevents” besuchen könnten. Bei einem Rundgang über die “Arbeitsweltinsel” ließ er sich unter anderem in einem dafür vorgesehenen Container gesundheitlich durchchecken und machte andernorts Bekanntschaft mit Amphibien und Reptilien.

Ludwig und SPÖ-Landesparteisekretärin Barbara Novak zeigten sich trotz derzeit steigender Coronazahlen vom Gesundheitskonzept des Donauinselfests überzeugt. Novak betonte, dass man sich auf der Insel frei bewegen und Massen meiden könne. Je später es wurde, desto mehr begannen sich diese zu zeigen und schließlich Bühnen, Straßen sowie Toiletten einzunehmen. Masken – Ludwig riet, sie in Innenräumen zu tragen – sucht man hier vergeblich. Besuchszahlen sollen erst nach Ende des Festivals bekanntgegeben werden.

(S E R V I C E – )