Österreich

Frauenmorde seit 2014 verdoppelt

08.06.2020 • 08:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Gewalt an Frauen
Gewalt an Frauen APA/HANS KLAUS TECHT

Österreich europaweit im Spitzenfeld bei Gewalt an Frauen.

Gewalttaten an Frauen sind weltweit, aber auch in Österreich eklatant im Vormarsch: In den letzten sechs Jahren haben sich sogenannte Femizide hierzulande verdoppelt: Starben im Jahr 2014 insgesamt 14 Frauen durch die Gewalttat eines Mannes, waren es im Jahr 2018 41 Opfer, 2019 waren es 34 Opfer. Das stellt europaweit einen traurigen Spitzenwert da. Heuer sind – einschließlich des Doppelmordes in Kärnten von Samstag – bereits zehn Frauen ermordet worden.


Das bedeutet: Faktisch wöchentlich wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner ermordet oder lebensgefährlich verletzt, betont der Verein AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser. Für „sinnvolle Präventionsmaßnahmen“ brauche es „viel mehr Budget“, so der AÖF.

Gewalt an Frauen

18.526 Opfer familiärer Gewalt wurden 2018 von den Gewaltschutzzentren und Interventionsstellen betreut. 10 Frauen wurden 2020 ermordet. Im Schnitt werden drei Frauen pro Monat Opfer einer Bluttat. 


Die Täter stammen dabei meist aus dem engsten Umfeld der Frauen. Es zeigt sich: Speziell der Wunsch nach Trennung kann für Frauen gefährlich werden. Arbeitslosigkeit, Alkohol- und Drogenmissbrauch würden außerdem zu erhöhter Gewaltbereitschaft beitragen.

Gewalt an Frauen

20 Prozent aller Frauen – sprich jede Fünfte – wurden laut der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte ab dem 15. Lebensjahr bereits mindestens ein Mal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt.


Ein Femizid stehe meist am Ende einer Gewaltspirale: Jede fünfte Frau in Österreich über 15 Jahren wurde bereits Opfer körperliche oder sexueller Gewalt.