Österreich

Zehn Opfer: Vergewaltiger wird angeklagt

21.06.2020 • 15:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mehrere Taten wurde in der Nähe dieser Disko am Stadtrand von Klagenfurt verübt
Mehrere Taten wurde in der Nähe dieser Disko am Stadtrand von Klagenfurt verübt Markus Traussnig

Der Serientäter soll in der Stadt Klagenfurt zwischen 2015 und 2019 zehn Frauen vergewaltigt haben.

Es ist die schlimmste Vergewaltigungsserie in der Kärntner Kriminalgeschichte: Die Staatsanwaltschaft (StA) Klagenfurt wirft einem 30 Jahre alten Mann vor, zehn Frauen vergewaltigt zu haben. „Wir haben Anklage gegen den Mann eingebracht“, bestätigt StA-Sprecher Markus Kitz.

Die Taten soll der 30-Jährige von Juni 2015 bis Oktober 2019 verübt haben. Im gesamten Stadtgebiet von Klagenfurt, zuletzt aber vor allem in der Nähe der Diskothek Bollwerk. Seine Opfer soll der mutmaßliche Serientäter zufällig ausgewählt haben. Er sei dabei mit großer Brutalität vorgegangen, die Frauen erlitten auch schwere körperliche Verletzungen. Alle Taten, so die Ermittler, wurden in der Nacht oder bei Dunkelheit verübt, immer habe sich der Mann seinen Opfern von hinten genähert.

Seit 2014 in Klagenfurt

Laut Staatsanwaltschaft hat sich der 30-Jährige bei seinen Einvernahmen nur zu einer ihm vorgeworfenen Tat geäußert. Dabei habe er angegeben, dass es um einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gehandelt haben soll, erklärt Kitz. Zu allen anderen Taten schweigt der Mann. Er ist aus einem afrikanischen Staat nach Österreich gekommen, nicht als Asylwerber. Seit 2014 lebt er in Klagenfurt.

Der Fall führte auch zu Kritik an der Polizei. Ihr war vorgeworfen worden, nicht schon vor dem November 2019 vom Täter gewarnt zu haben. „Das finale gerichtsmedizinische DNA-Gutachten mit dem gesicherten Ergebnis, dass es sich um denselben Täter handelt, lag im Dezember 2019 vor“, wies Gottlieb Türk, Chef des Landeskriminalamtes, die Kritik zurück.

Besonders tragisch: An den Opfern konnten zwar DNA-Spuren des Täters festgestellt werden, doch es fehlten Vergleichsmöglichkeiten: Die DNA des Angeklagten war in keiner Datenbank. Lange Zeit habe es zudem keine brauchbaren oder stark abweichende Täterbeschreibungen gegeben, so Türk.

Ex-Freundin überführte Täter

Dass der 30-Jährige heuer am 29. Februar verhaftet werden konnte, liegt an einem weiteren Opfer des Mannes: Im Jänner 2020 zeigte ihn eine Ex-Freundin an. Er hatte auch sie vergewaltigt. Nach einem DNA-Abgleich war klar, der Serienvergewaltiger war erwischt.

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