Österreich

Neues Hotel fürs Feldkirchs Innenstadt

26.06.2020 • 20:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Neues Hotel fürs Feldkirchs Innenstadt
Hartinger

Denkmalgeschütztes Haus soll um mehr als eine Million Euro saniert werden.

Hotelzimmer zu bekommen ist in Feldkirch keine einfache Sache, zumindest war das vor der Corona-Krise so. Das wird sich allerdings schon bald ändern. Neben dem Night Inn, einem 125-Zimmer-Hotel am neuen Bahnhof, bekommt unter anderem auch die Innenstadt einen neuen Beherbergungsbetrieb. Dafür wird in Bälde das denkmalgeschützte Haus in der Rosengasse 5 vis-á -vis vom Gutwinski, dem wohl besten Hotel der Stadt, umgebaut. Das Objekt wurde im Frühjahr 2020 von einer Stiftung mit Sitz im liechtensteinischen Balzers gekauft. Diese hatte das Haus wiederum von einer Beteiligungsgesellschaft aus Liechtenstein erworben.

2002 schon in Betrieb

Stiftungsgründer und Mitbegünstigter André Bloch möchte das Gebäude nun „gründlich und in Ruhe in Übereinstimmung mit den Anforderungen des Denkmalschutzes sanieren und zu einem Schmuckstück in der Altstadt herrichten“. Das Haus, in dem bis vor Kurzem der „Feldkircher Anzeiger“ untergebracht war, sei in einem schlechten Zustand. Für den Umbau nimmt der in Balzers tätige Unternehmensberater aus Deutschland viel Geld in die Hand. Die Investition belaufe sich auf mehr als eine Million Euro, sagt Bloch auf NEUE-Anfrage. Die Bauarbeiten starten im Herbst, im Jahr 2022 soll das Hotel in Betrieb gehen. Geplant wird das Hotel von Architekt Josef Schwärzler.

Vorgesehen sind 18 Zimmer mit 30 Betten (zwölf Doppel- und sechs Einzelzimmer). Laut Bloch soll sich das Haus im gehobenen Drei-Sterne-Niveau bewegen und sich somit unter der Kategorie des benachbarten Hotels Gutwinski positionieren. Gastronomie wird es keine geben. „Wir werden die Gäste ermuntern, sich in den umliegenden Restaurationsbetrieben zu verpflegen“, kündigt Bloch an.

Ich möchte das Haus gründlich und in Ruhe in Übereinstimmung mit den Anforderungen des Denkmalschutzes sanieren lassen.

André Bloch, Projektleiter

Der Projektbetreiber hat laut eigenem Bekunden bereits Erfahrung in der Branche. „Wir haben in Liechtenstein von 2011 bis 2013 das Hotel Oberland in Triesenberg aufgebaut und aufgrund eines guten Angebots recht schnell verkauft.“

Die mündliche Bauverhandlung fand am Donnerstag statt. Einsprüche gab es laut Bloch nicht. „Wir sind zuversichtlich, mit den Nachbarn und besonders mit dem Hotel Gutwinski ein gutes Einvernehmen zu finden.“ Etwas Sorgen bereitet dem Projektbetreiber der Umstand, dass die Stadt in unmittelbarer Nähe des denkmalgeschützten Hauses eine Müllsammelstelle errichten will. Aufgrund der Optik und Lärmthematik könne ­dies „sehr problematisch werden“, meint Bloch. Er hofft, dass eine dem Ort und der Umgebung angepasste Lösung gefunden wird.

Da das Gebäudedach für den Ausbau des obersten Geschosses etwas höher werden könnte, benötigt der Projektbetreiber eine Abstandsnachsicht der Nachbarn. „Das Gebäudedach muss inklusive Holztagekonstruktion komplett neu aufgebaut werden, die Dachziegel sollen aber wiederverwendet werden“, informiert Bloch. Er rechnet mit unwesentlichen Veränderungen hinsichtlich der Dachhöhe.

Der Kaufpreis für das Gebäude belief sich laut Grundbuch auf 630.000 Euro. Dem Vernehmen nach wurde das Haus ursprünglich auch dem Inhaber des benachbarten Hotels Gutwinski zum Kauf angeboten. Allerdings soll man sich über den Preis nicht einig geworden sein.